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(Man beachte, wie der Dichter zur Verstärkung des Eindrucks die densch-Laut wiederholenden Wörter zischen nnd rauschen (vgl. den 8 54 überOnomatopöie) verständnisvoll einfügte.)
Vgl. noch die allitterierenden Stellen in Uhlanbs Eberhard, Klein Roland,das Schloß am Meer, ferner in W. Müllers Glockenguß zu Breslau und in denweiter oben erwähnten Dichtungen.
4. Wenn man bedenkt, welche malend ergreifende Wirkung die Allitteration. in den obigen Beispielen neuerer deutscher Dichter übt, so wird man zugeben,daß dies noch weit mehr in einer Zeit der Fall gewesen sein muß, wo die Al-litteration noch das einzige, die symmetrische Gliederung der Rede bezweckendeKunstmittel war, wo sie nicht als etwas Zufälliges herantrat, sondern die gesetz-mäßige wesentliche Form der deutschen Dichtkunst war, wo die Recitation derallitterierenden Gedichte in langsam feierlicher Weise mit Emphase bei denbetonten, durch den Gleichklang verbundenen Silben verweilen durfte. Wie mochtesie selbst die Phantasie der harten Krieger mächtig angeregt haben!
Wie abgehärtet unser Ohr gegen das unserer Vorfahren in Hinsicht aufWahrnehmung der Feinheiten des Stabreims geworden ist, geht schon daraushervor, daß den Altdeutschen eine 2 oder 3malige Wiederholung des gleichenAnlauts vollkommen genügte sz. B. der maie machet hohen muot), was bei unsnicht allenthalben als beabsichtigte Allitteration auffiel. Wurde ja doch voneinem mitteldeutschen Dichter allen Ernstes gefragt (als ich auf die nachahmens-werten feinen Allitterationen in Sigurd der Schlangentöter von Fouquv, fernerim Lied von Thrvm von Ehamisso, im Mädchen aus der Fremde von Schillerund im Frühlingslied von Heine aufmerksam machte), ob die erwähnten Allitte-rationen nickt zufällig den Dichtern untergelaufen seien!! —
Solcher Unwissenheit gegenüber dürfte die Mahnung gerechtfertigt er-scheinen, die Allitteration in ihrer Bedeutung und in ihrer lautmalendenWirkung auf das Ohr mehr als bisher zu studieren.
K 130. Formen des deutschen Stabreims.
Wir unterscheiden:
I. den Vokalischen Stabreim, welcher die betonten Wörter mitungleichartigen Vokalen anfängt;
II. den konsonantischen Stabreim, welcher die betonten Silbendurch die gleichen Konsonanten beginnt. Er ist die gebräuchlichereStabreimform nnd zerfällt in mehrere Unterabteilungen.
I. Der vokalische Stabreim.
Beim Vokalischen Stabreim allitteriert nicht der gleiche Vokalsondern ohne Unterschied jeder Vokal oder Diphthongmit jedem anderen, z. B. Anfang und Ende; Ansicht und Einblick;