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Erster Band.
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1. Bei der Assonanz kommt es lediglich auf Gleichheit der tönendenVokale an, die Konsonanten können durchaus verschieden sein. Wegen ihrestönenden Charakters kann man die Assonanz als Stimmreim (Vokalreim)bezeichnen.

2. Am gebräuchlichsten war bei uns die Schlußassonanz am Ende der

Verszeilen. Sie diente zur Markierung der Versgrenzen und hatte somit vor-zugsweise ein versregelndes metrisches Ziel. Sie hat aber auch eine rhyth-

mische Bedeutung, insofern sie innerhalb der einzelnen Zeilen im Gegensatzzur malenden plastischen Allitteration musikalischer Natur ist und durch ihrewellenartige Betonung dem Gedicht einen bestimmten Gefühlscharakter verleiht.

3. Selbstredend ist für Erreichung einer musikalischen Wirkung vor Allem

Gleichheit der assanierenden Vokale und möglichste' Vermeidung des faden eals Assonanz zu fordern. Eine Verdunkelung würde schon entstehen, wennklangverwandte Vokale oder Diphthonge mit einander vermischt würden (z. B.

e mit ä und ö, ei mit eu und iiu, i mit ü rc.). Indes findet man diese

Vermischung bei Klangähnlichkeit nicht so selten.

4. Es ist geraten, in den ersten Versen einer assonierenden DichtungBinnen assonanzen anzuwenden, um den assonierenden Vokal von vornhereinzu markieren (vgl.-Z 135. U-Assonanz. 2. 126). Auch darf behufs Eiu-prägung und Bemerklichmachung des assanierenden Vokals im Anfang desGedichts keine große Verwickelung vorkommen. Höchstens können am Anfangeeinfach sich durchkreuzende Assonanzen eintreten.

K 135. Arten der Assonanz.

Die von Minckwitz gelehrte rationelle Einteilung der Assonanzen ina. einsilbige (z. B. Grund — ruht, kalt — kahl), t>. zweisilbige (z. B.Blüte — blühen, wissen — schicken, langsam — Altar, Arbeit — allzeit,Zeitung — eirund, Ohnmacht — Tonfall), e. dreisilbige (z. B. horchende

— forderte, trockene — wohnende, Gartenhain — Hahnenschrei, Frie-densbruch— Himmelslust) hat wenig Zustimmung und Nachfolge gefunden.

Viele beliebten die Einteilung in a. männliche Assonanzen (z. B.groß — hoch), k. weibliche (z. B. raufen — glauben), e. schwebendeoder spondeische (z. B. Maitag — eintrat), cl. gleitende oder dreisilbige(z. B. Miederchen — Fingerchen), 6. reiche (z. B. bleibt treue Gäste

— weint Freudenthränen). Wir schlagen die einfachere Einteilung vorin 1. freie Assonanzen innerhalb der Verszeilen und 2. vers-gliedernde Assonanzen am Ende der Verszeilen.

1. Freie Assonanz (onomatopoetische Assonanz).

Sie verleiht dem Gedichte ein rhythmisches Gepräge und trägtmehr als die versgliedernde Assonanz einen onomatopoetischen Charakter.Besonders wirksam erweist sie sich, wenn sie mit der Allitteration ver-bunden ist. Wegen ihres freien Eintritts und ihrer sonstigen Anspruchs-