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Erster Band.
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Männliche J-Assonanz: Rückerts deutsches Künstlerfest, ferner PlatensGambacorti und Gualandi.

Weibliche Au - Assonanz: Uhlands Romanze vom kleinen Däumling.

Ntänuliche Au-Assonanz: Platens Gründung Karthagos u. s. w.

tz 136. Geschichtliche Entwickelung der Assonanz.

1. Die Assonanz war ursprünglich der spanischen und portu-giesischen, wie auch der alten skandinavischen Poesie eigen; doch kamsie ziemlich häufig auch im Altdeutschen vor.

2. Sie leitete von selbst zum Endreim hinüber.

3. Die Romantiker brachten sie neu zu uns aus Spanien.

4. Rückert wandte sie mit Beachtung des Charakters der Vokalean, wie wir dies S. 121 d. B. näher dargelegt haben.

5. Die Assonanz lebt im Reime Und in der Annomination fort.

1. Die Vergleichung romanischer (spanischer, portugiesischer), skandinavischerund althochdeutscher assonierender Gedichte ergiebt, daß die Assonanz am klang-vollsten in den romanischen Sprachen wirkt, wo die Konsonanten nicht so wiein der deutschen Sprache verdüstert und eingehüllt werden, d. h. wo Vokalismusund einfache Konsonanten vorherrschend sind. Namentlich in der spanischenSprache wirkt die volkstümlich gewordene Assonanz äußerst klangvoll, weshalbdort (z. B. in Romanzen) die gleiche Assonanz durch das ganze Gedicht sich zieht.

2. Nachdem die Assonanz in unseren althochdeutschen Dichtungen bis in's11. Jahrhundert hinein eine beschränkte Verwendung gefunden, verband sich mitihr der gleiche Ausklang — und der Endreim war gefunden (z. B. Tisch —Fisch; Herz — Schmerz). (Vgl. H 126. 2. e.) Der Reim war an sich natur-gemäß schon da gegeben, wo nach dem Vokal kein Konsonant mehr folgte(z. B. bau — schlau — schau — trau; neu — treu). So leitete dieAssonanz von selbst zum Schlußreim hinüber. Sie könnte mit Beziehung aufletzteren als Halbreim bezeichnet werden. Jedenfalls ging sie dem Schluß-reim voraus, was schon Proben aus Otfrieds Evangelienharmonie beweisen. Esist daher eine irrige Ansicht gewisser Litterarhistoriker, daß die Assonanz eineAbart und Verarmung des Reimes sei.

3. Die strenge Assonanz war bei uns längst vergessen, d. h. durch den ausihr erblühten Reim vollständig seit einem Jahrtausend verdrängt (nur einzelneVolksgesänge waren noch avouierend), als sie durch die deutschen RomantikerAnfangs unseres Jahrhunderts aus ihrer Heimat Spanien neu bei uns eingeführtund von ihnen wie auch von unsern Klassikern Goethe, Schiller, Rückert alstreffliches Mittel für Lautmalerei verwendet wurde. (Ich erwähne außer denim tz 135 erwähnten Assonanzen noch die an Archaismen reiche Romanze „DieZeichen im Walde" von Tieck, in welcher nur Assonanzen auf u sich finden.)

4. Die bedeutendste assanierende Dichtung der Neuzeit ist unstreitig RückertsKomödie Napoleon, in welcher nachweislich der lautmalende Charakter der