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einzelnen Vokale entgegentritt. (Vgl. S. 121 d. B.) Rückert hat wie kein Zweiterder Übereinstimmung der Vokale mit den bezüglichen Gefühlszuständen allüberallAusdruck verliehen. Zu erwähnen ist in dieser Hinsicht sreilich auch Tutlen-hofers Cidübersetzung (Berlin 1853).
5. Erhalten konnte sich die Assonanz bei uns nicht, da sie durch ihrehöhere Entwickelungsstufe — den Reim — in wirkungsvollster Weise ersetztwird. Doch haben sie manche Dichter der Neuzeit zur Verstärkung des Reimesneben demselben angewendet, ja, sie in unvergleichlicher Schöne im Reime selbstals ein den gewöhnlichen Reim hell überstrahlendes, versregelndes Tonlicht fort-leben lasten.
Ich gebe der Nacheiferung einige würdige Proben:
a. Wie dort mit geborgtem SchimmerLacht die Nacht in Pracht durchwacht,
Hätt' er auch in seinem ZimmerGern verbracht die Liebesnacht.
b. Dringe tief zu Berges Grüften,
Wolken folge hoch zu Lüften!
Muse ruft zu Bach und Thale
Tausend abertausend Male. (Goethe.)
o. Auf des Lagers weichern KissenRuht die Jungfrau schlafbefangen;
Tiesgesenkt die braune Wimper,
Purpur auf den heißen Wangen. (Freiligrath.)
Volkstümlich ist noch jene Verbindung der Assonanz mit der Allitteration geworden,welche wir (§ 48. 9. S. 191 d. B.) als Annomination abhandeln konnten.
IV. Der eigentliche Reim oder vollreim.ß 137. Wesen und iZedeutrmg -es VoUreims.
1. Bezieht sich der Gleichklang nicht nur anf einzelne Konsonantenoder Vokale, sondern aus ganze Silben, die dem Tone nach überein-stimmen und sich gleichsam decken, so heißt er Reim, auch Vollreim,Silbenreim, Konsonanz. „Er ist eine Verbindung von Assonanzmit End-Allitteration, oder die Übereinstimmung des betonten Vokalsund der demselben folgenden Konsonanten und Vokale.
2. Die den Silbenreim bildenden Klänge stechen als hellstes Klang-Echo hervor, als Tonlichter, welche eine Zeitlang im Gedächtnishaften bleiben. Dies ist die mnemonische Bedeutung des Vollreims.
3. Er hat aber auch eine ästhetische wie eine versiegelnde metrischeBedeutung. (Vgl. hierzu H 153.)
1. Der Vollreim ist die Manifestation eines sich selbst genießenden, mitsich spielenden, beschaulichen Gefühls, und die Schönheitsblüte unserer deutsch-accentuierenden Poesie.