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Tieck — haben durch vorspringende Zeilen die Dreiteiligkeit noch schärfermarkiert. Nur tritt dadurch für den Unkundigen der Nachteil ein, daß erStollen und Abgesang für 3 Strophen hält.
Ein Beispiel der Schreibung bei den Minnesingern:
Oeevan tob je äelrsinsu rnnvt,äor boliv sluout, äsn bau ielr noeli;
Uin leben ännlreb inivli vil Znotnnä ist 68 nilrt, so evaeu' iok's äoeb.
tnot mir wol, N'ilü n'il icb's insrs?ant vürlrtv nnrelrteu 8pot uilrt (al) ^e sers,unk krau n'ul liäsn boessn ba^:
solt' icb's also äie leu^s püsAeu, lob Zert' es monier baü.
(Reinmar der Alte. Vgl. v. d. Hagens Minnesinger I. 175.)
Dasselbe Beispiel in der Rucke rtschen Bearbeitung undSchreibung:
Gewann ich jemals einen Mut,
Der hoch mir stand, den hab ich noch.
Es dünket mich mein Leben gut,
Und ist es nicht, so wähn' ich's doch.
Es thut mir wohl, was will ich mehr?
Ich fürcht unrechten Spott nicht sehr,
Und kaun wohl leiden bösen Haß!
Wie lang' ich's treiben soll, ich wünsch' es nimmer baß.
(Rückerts „Herr Reinmar der Alte". Ges. Ausg. V. 126.)
(Vgl. hierzu auch Tiecks sämtliche Werke Bd. 26: „Minnelieder ausdem schwäbischen Zeitalter.")
tz 105. Die Dreiteiligkeit der Strophen bei den neueren
Dichtern.
Bei den neueren Dichtern finden wir die Dreiteiligkeit der Strophennur sehr vereinzelt. Zuweilen tritt sie äußerlich nicht zu Tage, oderder Dichter hat sie unabsichtlich nur in einzelnen Strophen einzelnerDichtungen angewandt.
Schiller schreibt in seinem Lied an die Freude die beiden Stollendes Ausgesangs als besondere Strophe und fügt den Abgesang als Ehor-stropbc au:
Freude, schöner Götterfunken!
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
Was Sie Mode streng geteilt;
Alle Menschen werden Bruder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.