64l>
Beispiel:
Die sehnenden Gedanken dabei meine Sinne allgemeineGanz ohne Wanken besorgen immer das eine,
Wie ich ihr bescheine,
Daß ich nun lange mit Sänge sie meineIn treuem Mute sie Gute sie Reine.
(Heinrich von Beldeke. Aus Tieck XX. 50.)
2. kt d b g, k.
Diese Strophe ist eine Vierzeile (K 172. 6) mit angefügtem Abgesange.Beispiel:
Schmeichl' ich dir mit süßem Worte,
Giebst du mir mit kaltem TonVoller Groll und voller HohnAntwort mir. Ja! so verdorrteMein Verlangen keimend schon!
(Amaru's Indische Liebesliedchen, übers. in Fremde Blumenvon Bagamnndo. Nr. 0.)
3.
Ein Riese hatt' ein gutes Schwert,
Und wenn er's schwingt und dazu spricht :
Alle Köpf herunter, nur meiner nicht!
So liegen auf der Erd'
Alle Köpfe, nur seiner nicht.
(Rückerts Ges. Ausg. III. 93.)
a ll b kt d.
Diese Strophe ist eigentlich die bequeme vierzeilige Strophe n I> a !> mitvorausgehender n-Zeile. Sie ist seit dem 15. Jahrhundert in Gebrauch undnamentlich von Fr. Rückert häufig verwendet worden. (Vgl. dessen Ges. Ausg.II. 54. 385. 450. 479. 565. 581. V. 337. VII. 438. 447. Ferner:Sanders „Aus d. besten Lebensst." S. 281.)
Beispiel:
Sei unbethört und unverstört!
Was zu des Lebens Glück gehört,
Hat dir ein Gott gegeben!
Und was er dir nicht gab, gehört,
O glaub' es, nicht zum Leben.
(Rn.kert. Vgl. dessen Liebcsgedanken 1, wo die 3 a weiblich und die beiden bmännlich sind.)
4. a b n, b n.
Diese Strophe bildet die Antithesis zur vorigen Strophe, nämlich n l, a !>mit a-Abgesang. Mit Macht drängt sie zur seckszeiligen Strophe hin, fürwelche nur noch die sechste 1» Zeile fehlt.
Beispiel:
». Legt mir unter's Haupt Melissen;
Meine Träume sind so wild.
Ihrer Grabesnacht entrissenSchwebt vielleicht ihr süßes BildÜber mein verödet Kissen.
(Martin Greif.)