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b. Es läuft ein fremdes KindAm Abend vor WeihnachtenDurch eine Stadt geschwind,
Die Lichter zu betrachten,
Die angezündet sind.
(Rückert. Vgl. noch Ges. Ausg. II. 5. III. 81, 84.)
5. u b u u d.
Diese Strophe, welche anstatt des erwarteten übn K-Reimes durch Ein-schiebung der u-Zeile vor dem Schluß den Eintritt der letzten Zeile verzögert,steigert durch ihren befriedigenden Schluß die Wirkung. Der MinnesingerOtto von Botenlauben hat diese Strophe zuerst angewandt. Nach ihm Arndtin seinem bekannten Trinklied (Bringt mir Blut rc.). Von den neueren Dichternfinden wir sie bei Rückert in Ges. Ausg. I. 232, sowie II. 374 und 551 ;bei Goethe in März I. S. 27; bei Hermann Lingg im Gedicht Der schwarzeTod; bei Platen in Euch liebe Berge, grüß' ich wieder, und im Frühlings-lied ; bei Schiller in Resignation, und Graf Eberhard; bei Strodtmann in Rastauf dem Marsche; bei K. Woermann Im Louvre 1869; bei H. Zeise inWaldsrieden rc.
B eispiel:
So seid ihr alle wieder da,
Geliebte Frühlingsboten?
Ihr Blüten alle, fern und nah,
So schön, als ich euch jemals sah,
Ihr weißen und ihr roten? (Herm. Schmid.)
0. n a b b d. (Nithartstrophe.)
Zwei Reimpaare mit angefügtem 5-Reime oder ein dreizeiliger Abgesangzu zwei einzeiligen Stollen, wie wir einen ähnlichen Abgesang nur noch in derStrophe nb « oo finden, bilden diese Strophe. Der Minnesinger Nitharthat sie mit Vorliebe verwendet; in der Neuzeit Rückert. (Vgl. Rückerts Ges.Ausg. II. 347 und 363, sowie VII. 355.)
Beispiel:
1. Stollen. Loiuon sint ili«; liebten ta»e lsnAv,
2. Stollen. Abi, sint din voZelin mit AesanA«,
Abgesang. Die babent ein niurvoü vnnäen,
des si nie vor manASn stundenbas befunden.
(Nrthart- Aus v. d. Hagens Minnesinger II. 117.)
7. itbabI). (Rückerts Vollendungsstrophe.)
Kein Dichter hat das Geheimnis der Strophik in einer fünfzeiligen Stropheso schön zum Ausdruck gebracht als Rückert durch Ausführung des vor-stehenden Strophenschemas, das ähnlich der Strophe 1 und 4 zwei zweizeiligeStollen einem schönwirkenden einzeiligen Abgesang vereint. Um die Strophecharakteristisch als Teilganzes erscheinen zu lassen und ihren Schluß zu markieren.