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zumeist zu didaktisch-philosophischen Gedichten, weshalb sie wohl die Bezeichnung:Schillers Lehr- und Anapästenstrophe verdienen dürfte.
Wir finden diese Strophe n im Volkslied (z. B. Die Spinnerin,in Volksliedern von Erk II. Nr. 72; ferner das Lied von Schleswig-Holstein;ferner Der alte Dessauer in Kretzschmers Volksliedern N. 131. rc.). b. ingeistlichen Liedern (vgl. Novalis „Wenn ich ihn nur habe" und „Sehn-sucht nach dem Tode"; Knapps Liederschatz Nr. 3175 und 3198: „christl.Gewitterlied" und „christl. Erntelied" ; I. G. Seidl „Herr, du bist groß";Mahlmann „Hoffnung auf Gott"), e. bei den Dicktern im Minnesangbis in die Neuzeit. Ich nenne von den bekannten: Ulrich von Liechtenstein(Liebesglück), GryphiuS (Wie eitel ist rc.), Flemming (Das getreue Herz),Bürger (Die Weiber von Weinsberg), Arndt (Feuerlied), Goethe (Der Jung-gesell und der Mühlbach), I. Hammer (Durch die Felder mutzt du schweifen),Ad. Stöber (Wachtelschlag), I. G. Fischer (Schillers Auferstehung), Herm.Lingg (Pausanias), Otto Roquette (Siehst du die Spitzen der Alpen erglänzen),Julius Mosen (Im Sommer, und Die letzten Zehn vom 4. Regiment), AlfredMeißner (In der Gebirgswüste, und Trümmer), Fritz Hofmann (MütterleinsFeldpostpaket), Max Moltke (Frühliugseinkehr), Ölbermann (Weihe der Poesie),Luise Otto-Peters (Im Wald), Heinrich Pröhle (Der Gattin), Jul. Sturm(Über Nacht), Jegor v. Sivers (Gewissen), Platen, W. Müller, Ehamisso rc.
Schiller und Rückert wetteifern mit einander in der Häufigkeit der An-wendung dieser Strophe. Ersterer schrieb in ihr den Taucher, den Alpenjäger,Die Worte des Glaubens, Die Worte des Wahns, Die 4 Weltalter, Das Mäd-chen von Orleans, Berglied, An Emma, Reiterlied rc.; Rückert: Gott unddie Fürsten, Weltglanz, Gestillte Sehnsucht, Zu meinem Hochzeitfeste, September,Grablied, Mai rc.
Beispiele:
a. Drei Worte nenn' ich euch, inhaltschwer,
Sie gehen von Munde zu Munde,
Doch stammen sie nicht von außen her;
Das Herz nur giebt davon Kunde.
Dem Menschen ist aller Wert geraubt,
Wenn er nicht mehr an die drei Worte glaubt. (Schiller.)
b. Siehst du die Spitzen der Alpen erglänzen,
Schimmernd umlagert von ewigem Schnee?
Siehst du die dunkelnden Tannen umkränzenDort in der Tiefe den ruhenden See?
Droben in nächtlicher Ferne
Ewige Sterne? (Otto Roquette.)
o. Über Stacht, über StachtKommt still das Leid,
Und bist du erwacht, —
O traurige Zeit! —
Du grüßest den dämmernden Morgen
Mit Weinen und Sorgen. (Julius Sturm.)