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Erster Band.
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Wir finden diese Form schon bei folgenden Minnesingern: Gottfriedv. Nifen (vgl. v. d. Hagen, Minnesinger I. 60. Nr. 43), Kristan v. Hamle(ebd. I. 112. 3), Ulr. v. Liechtenstein (ebd. II. S. 75. 2), Walther von derVogelweide in seinem durch Görres' Bearbeitung neu eingeführten Vaterlands-lied „Deutschlands Ehre". (Andere patriotische Lieder, die in dieser Strophegedichtet wurden, s. in Liliencrons Samml. hist. Volksl. Nr. 149, 387, 388,405, 538; gesellige Lieder aus dem 16. u. 17. Jahrh. s. in Hoffmann v. Fal-lerslebens Gesellschaftsl. Nr. 59, 102, 184.) Von neueren Dichtern wandte»diese Strophensorm an: Arndt, Schlegel, Hebbel, Boß (Das Röselein), Goethe(Sänger, Totentanz, Das Blümlein Wunderschön, Der untreue Knabe, DerMüllerin Reue), Uhland (Rolands Schildträger, Vom treuen Walther, Metzel-suppenlied, Jungfrau Sieglinde), Blumauer (Travestierte Äneis), Rückert (Lieddes lustigen Teufels), A. Mosen (Frühlingslied), Mörike (Tag und Nacht),Kinkel (Dietrich von Bcrne), Wolfg. Müller (Nächtliche Erscheinung zu Speier,Deutschlands Wächter), Körner (Wir treten hier im Gotteshaus), A. Knapp(Der Glaube bleibt), Chamisso (Der rechte Barbier, Böser Markt, Das Urteildes Zchemjaka), Th. Apel (Maiklänge), Julius vom Hag (Dort an den dreiEichen), Heinr. Pröhle (Das Posthorn), Ernst Ziel (An meine Mutter), ErnstRauscher (So willst du noch einmal), Geibel (Mene Tekel, Herbstklage).

Beispiele:

a. Ob bei uns ist der Sünden viel,

Bei Gott ist viel mehr Gnaden.

Sein Hand zu helfen hat kein Ziel,

Wie groß auch sei der Schaden.

Er ist allein der gute Hirt,

Der Israel erlösen wirdAus seinen Sünden allen.

(Altdeutsches Kirchenlied. Vgl. Luthers geistl. Lieder von G. König. S. 8.)

b. Was hör' ich draußen vor dem Thor,

Was auf der Brücke schallen'?

Laß den Gesang vor unserm OhrIm Saale wiederhallen!

Der König sprach's, der Page lief;

Der Knabe kam, der König rief:

Laßt mir herein den Alten! (Goethe, Der Sänger.)

4. u 6 u b o ä o. (Neue Titurelstrophe.)

Diese bereits in ß 193. a S. 609 charakterisierte Strophe ist nur durch ihre»Schluß von der vorigen verschieden. Durch Verlegung des e-Reimes wirdder Schluß befriedigender, gefälliger. Es ist zu beklagen, daß so wenige Dichterdie Feinheiten der Strophik studieren, um die Schönheit dieser Strophe zu er-kennen und einzusehen, wie z. B. das Einförmige des Reimes in Formen wieu H u H a 6 o, oder a b a d o kl o, oder u 6 n k v v v durch die reimloseä-Zeile verhindert wird. Man kann diese Strophe zweifellos eine der freund-lichsten Blüten unserer deutschen Strophik nennen. Trotzdem hat sie von den

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