Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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v. Gleichheit des Gedankens mit veränderter Ausdrucksform.

a. Wenn gleich der Himmel papier'n wär,

Und jedes Sternlein ein Schreiber! wär,

Und schriebe ein jedes mit sieben Händ',

So schrieben sie meiner Liebe kein End.

(Lied aus dem Kuhlündchen.)

b. Wenn all' das Weltmeer Tinte wär',

Der Himmel all' Papier,

Wollt' ich beschreiben meinen Schmerz,

Nicht Genüge thät' es mir.

(Reise nach Albanien von Holhouse.)

v. All' der Himmel, wenn's ein Blatt Papier wär,

All' der Wald, wenn's Rohrfedern wär'n,

All' das Meer, wenrrs schwarze Tinte wäre,

Und wenn ich daran drei Jahre schriebe,

Sticht aufschreiben könnt' ich meine Schmerzen.

(Serbisches Volkslied.)

Die deutsche Volksballade „Königskinder", welche der griechischen Sage„Hero und Leander" verwandt ist, findet sich in Varianten in der Schweiz,in Schweden, Dänemark und Holland. Sie beginnt z. B.:

Im Deutschen:

Es waren zwei Edel Königskinder,Die hatten einander so lieb.

Im Schwedischen:

Zwei edle Königskinder fein,

Die schwuren sich Lieb' und Treu'.

Im Verlaus der Ballade heißt es u. A.:

Im Deutschen:

„Ach Liebster, kannst du schwimmen,So schwimm doch herüber zu mir!Drei Kerzen will ich.anzünden,

Die sollen auch leuchten dir!"

Das hört ein loses Nönnchen,

Das thät als wenn es schlief,

Es thät die Kerzen ansblasen,

Der Jüngling ertrank so tief.

Ach Tochter, herzlichste Tochter,Allein sollst du nicht gehn.

Im Schwedischen:

Es rauschen wilde Fluten —

Zwischen uns beiden allfort!

Ich zünd ein Licht in der Leuchte,

In jener Lilie dort.

Arglistiger du, Schmach über dich,

Seist du in Ewigkeil verdammt!

Der das Licht auslöscht in der Leuchte,Das in der Lilie bräunt.

„Ich sah ein edles Königskind,Versinken in blauen Wellen."

Der Schluß lautet:

Deutsch: Schwedisch:

Da hörte man Glöcklein läuten, „Und grüßt mir Vater und Mutter,

Da hörte man Jammer und Not. Sie sollen verwinden ihren Harm.

Hier liegen zwei Königskinder, Ich sink hinab ins Wellengrab

Die sind alle beide tot. Und hab' meinen Liebsten im Arm."

Eine ähnliche, inhaltliche Verwandtschaft zeigt z. B. die Ballade „Lenore"von Bürger mit der schottischen Ballade „Wilhelms Geist", sowie auch miteiner holländischen, durch Gebr. Grimm in Haus- und Kindermärchen mit-geteilten Sage. (Teil III. S. 75.)

Das Lied, welches Bürger (nach Althofs „Leben Bürgers", Göttingen1798, S. 37) ursprünglich im Mondenschein von einem Bauernmädchen