Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Nationale Heldenlieder.

Viktoria! mit uns ist Gott. (Gleim.)

Fridericus Rex- (Wilibald Alexis.)

Nachts um die zwölfte Stunde. (Zedlitz.)

Was blasen die Trompeten? Husaren heraus! (Arndt.)

Bedeckt mit Moos und Schorfe. (Rückert.)

Der alte Barbarossa. (Derselbe.)

Schlachten lieber und Soldatenlieder:

Der Ritter muß zum blut'gen Kampf hinaus. (Körner.)

Ich hatt' einen Kameraden. (Uhland.)

Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein? (Körner.)Vater, ich rufe Dich! < Körner.)

Du Schwert an meiner Linken. (Körner.)

Wohlauf, Kameraden, auf's Pferd, auf's Pferd. (Schiller.)Run weg mit Feder und Papier. (Emil Rittershaus.)

1,) Bardiet (sprich: Bar-di-et).

Durch Klopstock, der eine gewaltige Vorstellung von der alten Barden-dichtung hatte, wurde unsere Litteratur mit dem Bardiet bereichert. Man ver-steht unter Bardiet (auch Bardit — anklingend an den Namen Barden, dendie Dichter der keltischen oder gallischen Völker als besonderer Stand trugen)Kriegs-Gesänge, deren Inhalt aus der Bardenzeit ist, oder die wenigstens sogedichtet sind, daß man sie für Barbengesänge halten könnte (vgl. Bd. I. S. 25).Nach Klopstocks Vorgang bildete man im 18. Jahrhundert viele Bardiete, alsoLieder, welche den fingierten Charakter der alten .Bardenlieder tragen sollten,z. B. eines Ossian, des Repräsentanten des schottischen Bardentums, den manden Kaledonischen Barden nannte.

Wenn dieselben auch nur von vorübergehender Bedeutung waren, so könnensie doch ihre Stellung und Einregistrierung in die Poetik verlangen. Sie dientenzur Erweckung der Vaterlandsliebe, eines wesentlichen Elements deutscher Lyrik,und sie trugen dazu bei, Sinn für nationale Gesänge zu schaffen. V. Gersten-bergs (ch 1823) Bardiet „Lied eines Skalden" ist ebenso ergreifend, als dieBardiete Klopstocks (Hermannsschlacht, Hermann und die Fürsten, HermannsTod) oder die Bardiete Kretschmanns (ch 1809), den man „Rhingulf derBarde" nannte.

Klopstock hat dramatische Dichtungen geschaffen mit eingefügten lyrischenLiedern (Bardiete im engeren Sinn), welche Vaterländisches aus der Zeit undim Geist der Barden darstellen. Diesen Dichtungen gab er ebenfalls den um-fassenden Namen Bardiete. Da das Dramatische in denselben nur den Rahmenund die Einleitung in die lyrischen Partieen bildet, so sind sie — wie dieübrigen Bardiete — an dieser Stelle zu erwähnen. Neuere Kriegssänger sind imUnrecht, ihre gewöhnlichen Soldatenlieder als Bardiete einzuführen. Da diesauch früher geschah, so bildete sich mit Recht eine Opposition gegen die Barden-gesänge überhaupt, und bekannt ist die komische Manier, in welcher Lichtenberg,Kästner rc. gegen das überhandnehmende „Barden-Gebrüll" loszogen.