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Dithyrambe, von Schiller. ^
Nimmer, das glaubt mir, erscheinen die Götter,
Nimmer allein.
Kaum daß ich Bacchus, den lustigen, habe,
Kommt auch schon Amor, der lächelnde Knabe,
Phöbus, der herrliche, findet sich ein.
Sie nahen, sie kommen, die Himmlischen alle, >
Mit Göttern erfüllt sich die irdische Halle.
Sagt, wie bewirt' ich, der Erdegeborne,
Himmlischen Chor'?
Schenket mir euer unsterbliches Leben,
Götter! Was kann euch der Sterbliche geben?
Hebet zu eurem Olymp mich empor!
Die Freude, sie wohnt nur in Jupiters Saale;
O füllet mit Nektar, o reicht mir die Schale!
Reich' ihm die Schale! Schenke dem Dichter,
Hebe, nur ein!
Netz' ihm die Augen mit himmlischem Taue,
Daß er den Styx, den verhaßten, nicht schaue,
Einer der Unsern sich dünke zu sein.
Sie rauschet, sie perlet, die himmlische Quelle;
Der Busen wird ruhig, das Auge wird helle.
Litteratur der Dithyrambe. ^
Besonders reich an Dithyramben waren die Griechen. Die beiden horazischenOden II. 19 und III. 25 werden zwar als Nachbildungen griechischer Dithy-ramben angesehen; aber sie haben weder die Ungebnndenheit des Versmaßesderselben, noch deren begeisterten Schwung. Außer den Fragmenten bei LsrgsiUostas Irrtet ßinsol k. III ist besonders Lnrix. Ilneob. 64—165 alseine annähernde Dithyrambe zu vergleichen. Horaz bezeichnet Od. 4. 2 diePindarschen Dithyramben durch folgende 3 Züge: per unänoss nova Oibsi^-rarabos vsrbu clovolvit nninsrisgus Isrbur Usgs solnbis.
Bei uns nannte zuerst Willamov seine 1763 erschienenen lyrischen Gedichtewegen der in ihnen herrschenden Begeisterung Dithyramben. — Klopstock wähltefür fein Odengebäude Wingolf den dithyrambischen Ton, den er jedoch in derUmarbeitung alterierte. Dithyramben finden wir bei den Stürmern und Drän-gern, z. B. Maler Müller; ferner bei Schiller, Goethe (Wanderers Sturm-lied), Voß, Kopisch, Kretschmann, Schubart, Tieck, sowie bei Rückert, Scheffel,
Hertz, H. Heine, Bodenstedt, Müller v. d. Werra u. a.
tz 75. Elegie.
1. Die Elegie ist eine Art höchstbegeisterten elegischen Liedes (tz 67),ein Gedicht, welches in gehobeneren Gefühlen und im höheren Geistes-fluge als das elegische Lied einherschreitet, dabei auch dem sinnendenVerweilen, dem betrachtenden, reflektierenden Beschauen Raum gestattet.