Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Rabeners spießbürgerliche Satiren geißeln alte Jungfern, Landjunker, Advokaten,Richter rc.

Hakler (z. B. Die verdorbenen Sitten). Pyra, Rost, Lange (vgl.Bd. I. S. 54). Liskow (Bd. I. 54) kam 1760 wegen seiner Satiren in'sGefängnis, woselbst er starb; man nannte ihn den Swift der Deutschen.(„Von der Vortrefflichkeit und Notwendigkeit elender Skribenten" ist seine bestesatirische Arbeit.) v. Canitz (Tod eines ungerechten Geizhalses). Hagedorn(nahm sich Horaz zum Muster). Wie! and (giebt in den Abderiten eine heitere,zutreffende Satire auf das Leben und Treiben der Kleinstädter). Stolberg(Der Frohn an Lichtwehr; Über die Persiflage; Der zweite Rat). Falk(f 1826. Rezept zu einer modernen Elegie; Leben des Johannes von der Ostsee).Jean Paul (der bedeutendste Satiriker in Prosa). Haug, Lichtende rg(Gnädigstes Sendschreiben der Erde an den Mond; Bittschrift der Narren).Borne, Platen, Schlegel (Die satirische Ehrenpforte Äotzebues).Heine (Deutschland, ein Wintermärchen, satirische Geißelung deutscher Zuständeam Faden seiner Reise von Paris nach Hamburg rc.). Bogumil Goly,Ad. Glaßbrenner (z. B. Neue lustige Komödien). Goethe (z. B. Musenund Grazien in der Mark). Schiller (Shakespeares Schatten; Die Welt-weisen; Die Philosophen). Uhland (Frühlingslied des Recensenten; Wan-derung). Rückert (Auf die Schlacht an der Katzbach; Die 99 Schneider rc.).

Saphir (Unterhaltung im Freien, fliegendes Album für Ernst, Scherz,Humor). Alfred Meißner (Sohn des Atta Troll). Hartmann (Reim-chronik des Pfaffen Mauritius, satirische Gedichte auf die politischen ZuständeUngarns, Deutschlands, auf die Glieder des Frankfurter Parlaments rc.).H. Döring (Der leere Titel). Bauernfeld (Die dramatische Satire „Reichs-versammlung der Tiere"). Gruppe (Abendentzückungen). -Herloßsohn(st 1849. Mephistopheles). Rellstab (Henriette). Schmidt-Cabanis u. a.

Z 86. Travestie.

Travestie (Vermummung) ist die Ummodelung, Umgestaltung einesernsthaften, oft erhabenen Gedichts zu einem scherzhaften, Lachen er-regenden. Oder : Travestie ist ein Gedicht, welches den ernsten wür-digen Stoff (— Inhalt) eines allbekannten Gedichts beibehält und nurdie Form (Versmaß rc.) verändert, um durch Verwebung mit heiterenBeziehungen, lächerlichen Zufälligkeiten, Gebräuchen, Sitten, Thor-heiten, modernen Anschauungen und durch trivial-komische in's Lächer-liche ziehende satirische Behandlung u. a. dem ernsten Stoff eine komische,meist karikierende Wendung zu geben.

Indem der Dichter den nämlichen Gegenstand eines Gedichts im ent-gegengesetzten Sinn und Geist behandelt, erinnert er durch ähnliche Aus-drücke, oder auch durch dieselben Worte, zuweilen sogar durch Beibehaltung derStrvphenart u. s. w. an das Original, dessen Ernst und Würde er karikiert