Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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und Umarmen die Werbung um die schöne Maid wieder auf. Wäiuämöinensucht einen Riesen auf, um von diesem die zur Vollendung eines Schiffes nötigeZauberformel zu holen, fällt aber in den Mund des schlafenden Riesen. Alser die Formel erfahren, verläßt er den Leib des Riesen und verabredet mitUmarmen, daß die Maid selbst zwischen ihnen entscheiden solle. Diese wähltnunmehr den jüngeren Umarmen, der ihre drei Aufgaben gelöst hat. NunHochzeit, Heimführung, Empfang in der Heimat Umarinens, was sitten- undkulturgeschichtlich wertvoll ist.

Ahti Lemminkainen ist erzürnt, daß er nicht zur Hochzeit geladen wurde,weshalb er den Herrn Rordlands tötet und nun auf eine Insel entfliehen muß.

Eine Episode handelt von Untamo, der seinen Bruder Kalerwo überfälltund dessen Gemahlin in Gefangenschaft schleppt, wo diese den Sohn Kullerwobekommt, der, dem Schmied Umarmen übergeben, dessen Herde hüten muh.Die Frau giebt diesem zur Zehrung einen in Brot gebackenen Stein. Daführt er die Herde in Sümpfe, treibt Bären und Löwen zusammen, die II-marinens Gattin zerreißen.

Umarmen formt sich nach dem Tode seiner löwenzerrissenen Gattin eineGattin aus Gold und Silber; aber — weniger glücklich als Pygmalion —vermag er ihr kein Leben einzuflößen. Er beschließt mit Wäiuämöinen undAhti Lemminkainen nach Nordland zu reisen und den Sampo zu rauben,durch den das Nordland zu Wohlstand gelangt war (also eine Art Argonauten -zug). Unterwegs töten sie einen Hecht, aus dessen Knochen Wäinömöinen eineKantete fertigt, auf der er so schön spielt, daß die Herrin Pohjolas und ihreKrieger in Schlaf versinken. Nun entführt er mit den Seinen den Sampo.Die Herrin verfolgt ihn; die Kalewahelden müssen kämpfen. Sie siegen. Aberdie Kantete geht dabei zu Grunde; ebenso der Sampo, der in's Meer fälltund in Stücke bricht, den Reichtum des Meeres und des angrenzenden Kalewa-Landes (Finnland) begründend, wohin einzelne Stücke getrieben werden.

Neidisch über das Aufblühen Finnlands sendet Pohjolas Herrin Seuchendahin, sowie einen Bären, den Wäinämöinen tötet. Nun spielt er wieder aufeiner neu gefertigten Kantete. Blond und Sonne steigen herab, um zu lauschen,kommen aber dabei in die Gewalt der Herrin des Nordlands, die sie in einenehernen Berg sperrt, so daß Finsternis Kalewa umschließt. Wäinämöinenkommt mit Umarmen angezogen, welch letzterer die Werkzeuge zur Sprengungdes ehernen Bergs schmieden soll. Als Pohjolas Herrin dies erfährt, läßtsie Sonne und Mond frei. Wäinämöinen verläßt bald darauf für immer seinLand. Er segelt auf kupfernem Boote an den Rand des Horizonts, wo sichHimmel und Erde berühren. Dort weilt er noch.

Die Kantele und seinen Gesang hat er dem finnischen Volke zurück-gelassen.

Freiherr von Tettau-Erfurt, der in seiner Schrift über das Epos KalewLladieses Epos in wissenschaftlicher Weise eingehend betrachtet, nennt es mit Rechtein großes Verdienst des Schöpfers Lönnrot, die KalewLla, dieses charakteristischste,wertvollste Denkmal der Volkslitteratur aller Zeiten vom Untergänge gerettet