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zu haben. Aber- er ist der Ansicht, daß z. B. die neu hmzugekommenen10,000 Verse der 2. Ausgabe nicht ebensoviel Verbesserungen seien, und daßLönnrot überhaupt nur dasjenige hätte aufnehmen sollen, was den Sampobetreffe, wodurch dem Epos seine geschlossene Einheit gesichert geblieben wäre.Für deren Mangel macht er Lönnrot verantwortlich, der die Erzählung vonden Sampokämpfen, die Abenteuer Ahti Lemminkainens und die tragischenSchicksale Kullerwos ' als 3 große Stränge neben einander unverbunden her-laufen lasse und dadurch die Einheit preisgegeben habe.
Jedenfalls ist es berechtigt, die KalewLla auch als Schilderung jenerKämpfe bedeutungsvoll zu nennen, welche bei Verdrängung der letzten Nesteder Urbevölkerung Finnlands durch die aus dem Süden eingewanderten tschu-dischen Volksstämme sich ereigneten.
Probe aus Kalewüla. (Übers. von A. Schiesner.)
Sechste
Wäinämöinen alt und wahrhaftSchickt sich an um aufzubrechenNach dem Dorfe voller Kälte,
Stach dem nimmerhcllcn Nordland.Nahm sein Roß, das strohyalmleichte,Dies sein erbsenstengelgleiches,
Thut ihm an die goldnen Zügel,Legt ihm Riemen um voll Schönheit,Setzt sich selber auf den Rücken10. Und beginnt davonzureiten;
Jaget hastig auf dem WegeUnd durchnäßt die Bahn geschwindeMit dem Stoß, dem strohhalmleichten,Mit dem erbseustengelgleichen.
Jagte durch Wäinöläs Fluren,
Durch die Flächen Kalewalas,
Ritt gar rasch mit seinem Rosse,Immer weiter von der Heimat,Kam schon an des Meeres Rücken,20. An die weitgedehnle Öde,
Trocken blieb der Huf des Rosses,Unbefruchtet seine Füße.
Doch der junge Joukahainen,
Dieser schwache Lappenjüngliug,Hatte Groll seit langer Zeit her,War schon lange, lange neidischAus den alten Wäinämöinen,
Aus den ew'gen Zaubcrsprecher.Macht zurecht den Feuerbogen,
30. Schmückt die wunderschöne Wölbung,Bildet sie aus bestem Eisen,
Gießt das Rückenstück aus Kupfer,Legt es aus mit gutem Golde,Läßt's an Silber auch nicht fehlen.Woher nimmt er wohl die Sehne,Woher mag den Strang er schaffen?
Rune.
Aus des Hüsi-Elenns Sehnen.
Aus des Lempo-Flachses Fäden.Fertig war des Bogens Krümmung,40. Fertig waren seine Enden,
Schön von Anblick war der Bogen,Mußte wohl nicht wenig kosten;Auf dem Rücken stand ein Rößlein,An den Ecken lief ein Füllen,
Auf der Wölbung schlief ein Bärlein,Und ein Hase an der Kerbe.Schnitzt' sich dann genug der Pfeile,Dreifach waren sie befiedert,Drechselte den Schaft aus Eisen,50. Macht' die Spitz' aus harz'gem Holze;War er mit dem Schnitzen fertig,So befiedert er die PfeileMit der Schwalbe schmalen Federn,Mit des Sperlings feinen Flügeln.Härtet dann die fert'gen PfeileUnd verleihet ihnen SchärfeIn dem schwarzen Saft der Schlange,In dem Blute gift'ger Nattern.Fertig hatte er die Pfeile,
00. Wohl bespannet seinen Bogen,Wartete aus Wäinämöinen,
Daß den Wogenfreund er fasse,Spähet morgens, spähet abends,Spähet selbst zur Mittagsstunde.Wartet lang' auf Wäinämöinen,Wartet lange, wird nicht müde,Sitzet fleißig an dem Fenster,Wachet an des Zaunes Ecke,Horchet an des Weges Ende,
70. Spähet an dem Ackersaume,
Aus dem Rücken hängt der Köcher,In dem Arm der schöne Bogen.