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Verse gebracht, wobei die mitgesammelten lyrischen Gedichte und Sprücheeinfach eingereiht wurden. So ist das Ganze in's trochäische Metrumgebrachte Prosa, und dürfte in gleicher Linie mit den Reim-Chronikendes Mittelalters stehen. In demselben Metrum wie die KalewLlahat Kreuzwald das Ganze in 19,000 trochäischen Versen gegeben,während er (nach von Tettau) besser gethan haben würde, die SagenZu erzählen, wie sie aus dem Munde des Volkes kamen, und die Lyrikenbesonders zu geben. In der Ursprache erschien das Kalewipoeg (unterBeifügung einer deutschen Übersetzung von Reinthal und Dr. Bertram)Zu Dorpat 1857—61.
Inhalt: Der Held — Kalewipoeg — schwimmt ohne Ermüdung überden finnischen Busen. Er will den Fingerring einer Jungfrau aus dem Brunnenholen, bringt aber einen Mühlstein heraus. Mit einem Felsblocke wirst er nacheinem Wolf; seine Finger hinterlassen Spuren, daß ein Mann darin stehen kann.
Wiederholter Besuch in der Unterwelt und Reise zur Aufsuchung desEndes der Welt u. s. w. Der Held geht unter durch sein eigenes Schwert,trotz aller Heldenthaten und Verdienste, weil er in seiner Jugend im Rauscheinen Schuldlosen tötete. Ihm ist nun die Bewachung der Pforte der Unter-welt anvertraut, und seine Schätze warten — wie der Nibelungenhort — besten,der sie heben wird rc.
Das Kalewipoeg ist wertvoll durch seine ethische Tendenz, als Beispiel,daß kein Frevel unbestraft bleibt, wenn es auch als eigentliches Volkseposgeringeren Wert haben dürste.
Probe aus dem Kalewipoeg. (Übers. von KreuzwaldJ
(Aus dem 1. Gesang S. 15.)
Hoch im Norden hob ein HausstandSich empor aus FelsentrümmernDicht an Taara's Eichenhaine,
Halb versteckt im Waldesdunkel,
Halb begrenzt von offner Fläche.
Hier entsprang ein Knabendreiblatt,
Kräft'ge Brüt aus Göttersamen.
Einer wanderte nach Rußland,
Stach dem Norden zog der andre,
Auf den Rücken eines AdlersSchwang der dritte sich der Brüder.
Der nach Rußland ausgewandert,
Wuchs heran zum tücht'gen KaufmannUnd geschickten Bortenweber;
Der nach Nordland war gezogen,
Ward ein Krieger, der die StreitaxtKräftiglich zu führen wußte.
Der sich auf des Adlers RückenZum Emporflug aufgeschwungen,
Führt' ein vielbewegtes Leben,
Drang nach Süden und nach Osten