Band 
[Zweiter und dritter Band.]
Seite
296
JPEG-Download
 

Vor auf seinem Adlerfluge,

Kreuzte die Gewässer FinnlandsUnd durchstrich der Wiek und WierlandsUnwirtbarc Meeresfluten,

Bis sich sein Geschick erfüllte,

Und nach Gottes weiser FügungIhn sein Aar am FelsenstrandcWierlands unsanft niedersetzte.

Kaum in unser Land getragen,

Maß er seines Reiches GrenzenSorgsam aus in weitem UmfangUnd erbaute sich den Wohnsitz,

Wo die Zügel der RegierungSich in kräft'ger Hand vereinten.

Mehr berichten unsre Auen,

Mehr auch unsre weiten MooreNichts in alten LiedersagenÜber Vater Kalew's Walten,

Als den Anfang seiner Herrschaft.

Wie er um die Braut geworben,

Um als Weib sie heimzuführen,

Davon singt nur eine SageAus den Estendörfern Plcskau's,

Und wir geben, was wir hörten,

Mit den überkommuen Worten.

In der Wiek lebt' eine Witwe,

Jugendlich, doch füll und einsam,

Wie ein unbewohntes Stübchen,

Wie ein Hüttchen ohne Schirmdach.

Auf der Viehtrift schritt sie SonntagsUnd, wie es sich fügte, sonst auchSorgsam selbst der Herde folgend.

Und was fand sie einst am Wege,

Aus der Trift in Rinderspurcn,

Auf dem Schaukelplatz des Dorfes?

Fand das Küchlein an dem Wege,

Fand das Birkhnhnei im Hustritt,

Bor dem Dorf die junge Krähe.

Und die Witwe nahm das KüchleinUnd verbarg das Ei im Busen rc.

Schluß des Kalewipoeg. (S. 522.)

Und man setzt' den KalewidenRittlings auf ein weißes Reitroß,

Sandt' ihn auf geheimen WegenZu des Höllenrciches Grenzen,

Um die Thore zu bewachen,

Den Gehörnten zu bedräuen,

Daß aus Banden und aus FesselnDer Gesell nicht weichen möge.