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Hier galt es kein Verstellen.
Sein Herz begann zu schwellen;
Ihn riß dahin sein freud'ger Mut:
Meister, traun, Ihr harfet gut!
Ihr habt die Noten recht gebracht,
So innig ganz, wie sie erdacht,
Wie sie bretonsche ZungenVon Herrn Gurun gesungenUnd seiner Herzenskönigin. —
Der Harfner horchte nach ihm hin;
Doch schwieg er still und harfte fort,
Als hört' er nicht des Knaben Wort,
Bis er sein Spiel vollbracht in Ruh.
Dann wandt' er sich dem Knaben zu:
Wie weißt du, sprach er, liebes Kind,
Von wannen diese Noten sind?
Verstehst du was vom Saitenspiel? —
Ja, edler Meister, doch nicht viel.
Einst hatt' ich größre Meisterschaft,
Nun blieb mir so geringe Kraft,
Daß ich vor Euch zu zaghaft bin. —
Nein, Freund, nimm diese Harfe hin.
Sprach der Waliser, zeig uns an,
Was man in deinem Lande kann! —
Wollt, Meister, Ihr darauf bestehn,
Und soll's mit Eurer Huld geschehn,
Daß ich Euch Harfe? sprach Tristan; —
Ja, Trautgeselle, hier! Fang an! —
Wie stand die Harfe, die er nahm,
Seinen Händen wundersam!
Die waren, hört' ich, schön und fein,
Daß sie nicht schöner konnten sein,
Weich und linde, zart und schlankUnd wie ein Hermelin so blank.
Sie glitten prüfend zum BeginnDurch die Harfensaiten. hin;
Das klang so wunderhell und rein.
Ihm fielen liebe Weisen ein,
Die Lieder vom Bretonerland u. s. w.
Da Tristan so die Saiten schlug,
Saß Marke still auf alles achtend,
Erstaunt den jungen Freund betrachtend,
Der zu verhehlen sich beflissenSolch schöne Kunst, solch edles Wissen u. s. w.S. 88. Er ließ so sicher duAh die SaitenDie weißen Finger wogend gleiten;
Er ließ die Töne quellenUnd immer mächtiger schwellen:
Schon füllt der Klang das ganze Haus,
Das war nicht bloß ein Ohrenschmaus:
Auch aller Augen merkten aufUnd folgten seiner Finger Lauf u. s. f.
S. 90. Tristan, komm her! rief Marke nun.
Wer dich das hat gelehret.
Der sei vor Gott geehrct