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Tristan lernt auf seinen Irrfahrten eine andere Isolde kennen, IsoldeWeisthand, die er liebt und die ihn die erste vergessen macht.
Hier bricht das Gedicht Gottfrieds ab. Die späteren Fortsetzer lassenTristan diese Isolde heiraten, ohne daß er sie liebt, so daß beide ohne Annäherung-unglücklich neben einander gehen. Simrock führt diesen Schluß herbei: Tristan-und Jsoldens Tod durch der verschmähten Gattin Rache.
Probe aus Tristan und Jsolt. (Bearbeitung von W. Hertz.Stuttg. 1877.)
Tristan am Hofe.
S. 85. So war denn, wie die Märe spricht,
Tristau zu Haus und wußt' es nicht.
Er wähnte Hemd sich und allein,
Und der sein Vater sollte sein,
Dem dient' er nun als seinem Herrn.
Der war sein froh und sah ihn gern —
Denn ihn zog auch sein Herz mit Macht —
Und ließ ihn nirgends außer acht.
Getreu zu allen ZeitenGing Tristan ihm zur SeitenUnd bot sich ihm zu Diensten an,
Wo er Gelegenheit gewann.
Das nahm der König freundlich hin;
Er trug dem Knaben holden Sinn.
Es that ihm wohl, wenn er ihn sah.
Ein lieber Dienstmann wurde daTristan am Hof von Tintajol.
All das Gesinde hielt ihn wohlUnd bot ihm gern Geselligkeit.
Auch war er selbst so dienstbereit,
So freundlich gegen arm und reich:
Ja, hätte er sie alle gleichAuf seinen Händen sollen tragen,
Er hätt' es keinem abgeschlagen,
Das war ihm so von Gott gegeben:
- Er konnt' und wollte allen leben,
Lachen, tanzen, singen,
Reiten, laufen, springen,
Bald lärmend und bald leise, —
Er stimmt' in jede Weise.
Eines Tages nun geschah's,
Daß Marke nach dem Mahle saß,
Zur Zeit, wo man auf Kurzweil denkt,
Und , horchte ganz in sich versenktAuf einen Harfner, der im LandWar als der beste weitbekannt;
Derselbe war ein wälischer Mann.
Indes kam Tristan auch heranUnd saß zu seinen Fußen hin.
Er achtete mit feinem SinnDes Liedes und der süßen Noten,
Und wär's beim Leben ihm geboten,