Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Bierundzwanzigster Gesang.

111 .

Das Fräulein wirft sich zwischen ihre Hiebe,

Von großem Mut entflammt: Halt! ruft sie aus:

Halt! ich befehl's bei eurer ganzen Liebe:

Spart euer Schwert zu einem bessern Strauß,

Und wendet alsbald eure HeldentriebeAuf unser Mohrenlager, das in GrausUnd Not ist, so berennt in seinen Zelten,

Daß schneller Beistand oder Tod nur gelten. —

115. (Letzte Strophe des 24. Gesangs.)

So endete der Krieg, bei welchem BundeIm Thron die größte der drei Mächte saß.

Nun fehlt' ein Pferd, da von der schweren WundeDer Renner des Tartaren nicht genaß.

So kam denn Briliador zur guten Stunde,

Der längs dem Bache ging im frischen Gras.

Ich bin am Ende des Gesangs, ermattet,

Und mach' ein Punktum, wenn ihr mir's gestattet.

Sechsundvierzigster (letzter) Gesang.

138.

So wie ein Jagdhund einem Bullenbeiße,

Den er im Kampfe hingeworfen, thut:

Der wehrt sich unter ihm auf jede Weise,

Die Lefze schäumt, das Auge blitzt von Glut;

Nicht möglich, daß er sich dem Feind entreiße,

Der ihn an Kraft besiegt, doch nicht an Wut:

So Rüd'ger über dem ergrimmten Mohren,

Der alle seine Mühe sieht verloren.

139.

Doch glückt es ihm, durch Rütteln und durch Ringen,Die Hand, die gleichfalls mit dem Dolch bewehrt,

Frei unter seiner Last hervorzubringen,

Zusamt dem Arme, der noch unversehrt.

Er will den Dolch nach Rüd'gers Lende schwingen,

Doch dieser sieht, wie übel er verfährt,

Und wie die Großmut schlimm sich wird belohnen,

Will er den schnöden Heiden länger schonen.

140. (Letzte Strophe des ganzen Epos.)

Und dreimal bohrt er in des Zornes Brand,

Dreimal den Arm hoch hebend mit dem Messer,

Den Stahl ihm in die Stirne, bis zur Hand,

Und macht sich ledig von dem Eisenfresser.

Und los von des erstarrten Leibes Band,

Zu Acherons trübseligem GewässerVerhaucht den Geist mit Flüchen der Barbar,

Der hier so stolz und übermütig war.