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VIII. Dänen. Ihre bedeutendsten Romanschriftsteller sind Jngemann(schrieb Ritterromane), Frau Gyllemburg, Blicher, Carl Bernhard, Goldschmidt,Ewald, Rumohr, Thisted, Drachmann, Jacobsen, Schandorph, Carit Etlar, Hauchund Andersen. Obwohl die Beliebtheit des Romans um die Mitte unseresJahrhunderts sich steigerte, so ist doch nur der Name Bergsöe und seit 1870G. Brandes von Bedeutung.
IX. Russen. In Rußland wurde die Novelle mehr gepflegt als derRoman. Die bedeutendsten Romanschriftsteller und zugleich Novellisten sind: Tur-genjew; Bulgarin, der historische Romane schrieb; und besonders der Meister desRomans: Gogol. Außer diesen sind in unserer Zeit gelesen: Dostojewskij, Pissemski,Tschernischewski (Vers. des berühmten Tendenzromans: Was ist zu thun?), FrauPawlow, Helene Weltmann (die historische Romane schrieb) und viele andere.
X. Ungarn. Der Roman wurde besonders durch den Piaristen AndreasDugonics in die ungarische Litteratur eingeführt, sowie durch Könyi. Bedeu-tender als diese waren Josika, Eötvös (ff 1871), Kemeny, der historischeZustände trefflich malte, besonders aber der durch Humor und Phantasie glän-zende, unübertroffene Moriz Jükai. (Die größte Berühmtheit erlangte dessenXevlstsn vür, Das namenlose Schloß, dessen Motiv der französischen Geschichteentlehnt ist, während der wesentliche Teil der Geschichte in Ungarn spielt. Einfranzösischer Legitimist rettet die 11jährige Tochter Maria Antoinettens undflüchtet mit ihr nach Ungarn, wo er am Neusiedler See ein Schloß — daskeinen Namen hat — ankauft. Zum Schluß acclimatisiert und nationalisiertsich der Retter und Ritter, wird Ungar rc.)
XI. Nordamerika. Die hervorragendsten Nordamerikanischen Roman-schriftsteller sind Cooper und Washington Jrving. An sie reiht sich Hawthorne u. a.
XII. Deutschland. Beim Abscheiden des Mittelalters — also mit demErlöschen der deutschen Heldensage — entstand bei uns zunächst eine Art Prosa-epos, Prosaerzählungen, Übersetzungen von Ritterromanen rc. als Nachklängeder Rittersage: z. B. s,. Eine Bearbeitung der Sage vom hörnernenSiegfried. (Inhalt: Siegfried von Santen kommt im Wald zum SchmiedeMinner, wo er mit einem Schlag den Amboß spaltet. Der erschreckte Meisterschickt ihn in den Wald mit dem Auftrag, den furchtbaren Lindwurm zu töten;in Wirklichkeit will er ihm den Untergang bereiten. Siegfried erlegt den Drachen,badet sich im Blute dieses Ungeheuers, wodurch seine Haut bis auf eine durchein Lindenblatt verdeckte Stelle Hörnern wird. Nun erschlägt er den treu-losen Schmied rc.) b. Weißkunig (Inhalt: Lebensgeschichte des Kaisers Maxi-milians, der den von ihm entworfenen Plan durch seinen Geheimschreiber MaxTreitzsauerwein ausführen ließ.) e. Übersetzungen aus dem Französischen: DieHaimonskinder (I. 45); Die schöne Magelone; Melustna; Genofeva rc. rc.
Das Auskommen der italienischen Renaiffancedichtung erzeugte die arkadischenSchäferromane und phantastische, romanartige Erzählungen, z. B. Das Buch derLiebe; Fortunatus mit seinem Seckel und Wunschhütlein; Wickrams Goldfaden(1557, neu durch Cl. Brentano 1809 herausgeg.), sowie das I. 49 X. u.Aufgeführte.
Beyer, Deutsche Poetik. II.
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