Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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zum Könige' eingesetzt, trennt sich von ihm und wird ein scheinbar gefügiges Werk-zeug der Kirche. Er nimmt den Kaiser gefangen und fordert ihm die Reichs-kleinodien ab. Allein Heinrich IV. entflieht und erhält allerwärts Unterstützung;die Städte erheben sich und die angrenzenden Länder nehmen drohende Mienenan. Heinrich V. sinnt: „wie endigen?" Da kommt die Nachricht vom Todedes Vaters, welch letzterer ihm die Reichskleinodien mit seinem Segen sendet.

Nun wirft Heinrich V. die Maske ab. Er weist die Anmaßung der Kirchezurück, um das Ansehen des Staats zu heben. Die päpstlichen Legaten schickter heim und setzt, trotz päpstlichen Verbotes, die Bischöfe ein. Ohne seineaus England ankomniende Braut erst zu begrüßen, eilt er mit seinem Heere nachRom. Die Enttäuschung des Papstes ist groß. Er wird mit allen seinenKardinälen gefangen genommen, bis er Heinrich V. zum römischen Kaiser gekrönt,ein ehrliches Begräbnis dem Vater, Heinrich IV., gewährt und endlich die In-vestitur eingeräumt hat.

Boten kehren zurück und verkünden der harrenden Braut Mathilde, daßaus dem Könige ein Kaiser geworden und daß die Hochzeit stattfinden werde,sobald die Leiche des Vaters beigesetzt sei.

Schluß: Leichenzug von Bischöfen, worunter auch der Bischof von Speier,der einen Zipfel des Bahrtuchs tragen muß, um den Sieg der weltlichendeutschen Macht über die geistliche römische Anmaßung zu illustrieren.

Schlußchor:

Geh zu deinen Vatern einUnd zu deinem Weib in Frieden!

Und was nie im Leben dein,

Sei im Tode dir beschicken:

Ruh und SiegNach Kampf und Krieg,

Sieg und Ruh dem Müden!

Herrlich hast du dich erkühnt,

Kaiserlicher Stamm der Franken!

Wenn die Krön' am höchsten grünt,

Fängt die Wurzel an zu kranken;

Doch der RuhmJn's HeiligtumNimmt sie aus, die sanken.

Deutsche Treu und deutscher Mut,

Hüte dieser Schwelle Feier,

Nimm dein Heiligtum in HutVor dem Fremden, dem Entweiher!

Deutscher DomAm deutschen Strom,

Sei gegrüßt, o Speier!

2. Torquato Tasso, von Goethe.

Analyse. Torquato Tasso, italienischer Dichter, weilt am Hofe desHerzogs Alphons von Ferrara. Er liebt die geistvolle, schöne Schwester desBeher, Teutsch« Poetik. II. 27