Band 
[Zweiter und dritter Band.]
Seite
443
JPEG-Download
 

443

Terzky's Grenadiere die kaiserlichen Adler von ihren Fahnen reißen, sie demWallenstein wieder abspenstig macht. Neue Hoffnung durch das Erscheinen desMax. Dieser ist gekommen, Abschied zu nehmen. Wallenstein sucht ihn ansich zu fesseln. In heftigem Kampfe mit sich glaubt Mar von Pflicht undEid sich gebunden. Er ist unschlüssig und legt die Entscheidung in Thekla's> Hand. Wahrheit und Unschuld siegen. Thekla ruft: „Fort, eile, deine gute

Sache von unsrer unglückseligen zu trennen." Zur Entscheidung drängendfordert ihn Wallenstein auf, den Kamps mit ihm zu wagen. Aber Max willnur die ihm anvertrauten Regimenter wegführen; zu kämpfen mit ihm wolleer vermeiden, denn auch feindlich sei ihm sein Haupt noch heilig. Schon rückendie Pappenheimer vor's Schloß, um Mar zu befreien; sie töten den AdjutantenWallensteins; und als Wallenstein vom Altan den empörten Sinn in's alteBette des Gehorsams zurücklenken will, da werden seine Worte durch kriege-risches Spiel und durch ein Hoch auf den Kaiser erstickt. Ein ergreifenderMoment von tragischer Bedeutung hat sich herausgebildet. Die Truppen desMax dringen unter klingendem Spiel in den Saal. Wallenstein giebt Maxfrei und wendet ihm den Rücken. Wie schwer wird Max die Trennung! Erfleht vergeblich: Noch einmal zeige mir Dein verehrtes Antlitz. Er wendetsich an die Base Terzky, an die Herzogin, und zweideutigen Blickes an Buttlermit der Bitte, ihm die Hand darauf zu geben, daß er Wallcnstein's Lebenschützen wolle. Dieser zieht die Hand zurück und Jllo ruft, er möge die Ver-räter in seines Vaters Lager suchen. Schmerzlich bewegt reißt er sich los;in Verzweiflung — den Tot suchend — giebt er sich seinem Schicksal hin.„Der Rachcgöttin weih ich eure Seelen! wer mit mir geht, der sei bereit zusterben!" so ruft er abgehend den Seinen zu.

Vierter Akt. Wallenstein begiebt sich nach Eger, da er sich in Pilsennicht mehr sicher fühlt. Den Empfang hat ihm Buttler bereitet. Das Ver-hängnis rückt näher und näher. Jeden Rettungsweg schneidet Buttler ab; anBöhmens Grenze soll Wallensteins Gestirn untergehen.

Der Kommandant Gordon, der Jugendfreund Wallensteins, will's nichtglauben, daß dieser ein Verräter sei. Aber die Unterhaltung Wallensteins mitdem Bürgermeister, die Gordon mit Buttler anhört, hebt seine Zweifel. Alsihn Wallenstein mit Buttler bemerkt, spricht er unbefangen mit ihm, wie infrüherer Zeit.

Nun scheint eine günstige Wendung einzutreten. Die Schweden habeneinen unerwarteten Sieg errungen, aber gegen Max — und dieser istgefallen.

Buttler enthüllt Gordon seinen Plan. Dieser will nicht teilnehmen, bisihn Buttler unter Vorzeigung des kaiserlichen Manifests für die Folgen ver-antwortlich macht, falls der Streich nicht vor Ankunft der Schweden geführtsei. Bei einem Gastmahl zur Feier der anrückenden Schweden sollen Jllo undTerzky fallen; beide sollen Wallenstein im Tode vorangehen. Nochmals suchtGordon das Felsenherz Buttlers zum Edelmut zu stimmen. Vergebens! Ohn-mächtig ruft er: „Ihn rette ein Gott aus Eurer fürchterlichen Hand." Die