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so erhält sie den Namen Bokalmesse figurierten Stils; treten zum Ge-sang noch Instrumente hinzu, so entsteht die Figuralmesse. Wird dieMesse von mehreren Priestern celebriert, so nennt man sie Hochamt,missa, soloirmm, eine Bezeichnung, welche man häufig auch den größerausgeführten Messen beilegt.
* Der Text der Messe (wie auch des Requiem) ist von der Kirche
für alle Zeiten für unabänderlich erklärt.
2. Die musikalische Messe ordnet die drei Abschnitte derkirchlichen Messe in 7 Abteilungen an.
3. Die bedeutendsten Komponisten pflegten auch die Messe.
4. Ein epochebildender Meister der neu-kirchlichen Figural-Messeist Franz Liszt.
5. Eine besondere Art von Messe ist das Rsqnitzin (Seelen- oderTotenmesse, missg. pro clokunotis).
1. Das Wort Messe (von missa — missio Entlassung) hängt zusammen
mit der alten Gewohnheit, die sog. Katechumenen (d. i. die für den Übertrittzum Christentum Vorzubereitenden) vor der Messe mit den Worten: »Its!inissa 68t«, nämlich eoireio (Geht, die Versammlung ist entlasten) zu ent-lassen. Zum erstenmal finden wir das Wort bei Ambrosius in einer demgriechischen entsprechenden Bedeutung. Mit Gregor I. beginnt die
^ Ausbildung der Meßopservorstellung. Jnnocenz III. (1215) nennt zuerst das
Meßopfer eine Wiederholung des Opfers Christi u. s. w.
2. Die musikalische Messe zerfällt, entsprechend den Anfangsworten deszu singenden Textes, in 7 Hauptabteilungen: 1. Kyrie, Bitte um Erbarmen,
2. Gloria, Gesang der Engel bei Christi Geburt, Lobgesang zur Ehre Gottes,
3. Credo, nizänisches Glaubensbekenntnis, 4. Sanctus, Lobpreis Gottes,5. Benedictus, Ehre Gottes, 6. Agnus Dei, Bitte um Erbarmen,7. Dona, Bitte um göttlichen Frieden.
Jtt diesen Einzelabteilungen der Messe können verschiedene Einzelgesängemit Chören rc. abwechseln.
3. Das Mystische, Hochpoetische der Messe als Hauptteil des katholischenKultus bestimmte die bedeutendsten Komponisten von Dufay bis Liszt sich indiesem Kunstgenre zu versuchen.
Palestrina war der Vollender des polyphonen, durch die Niederländereingeleiteten Vokalstils; in ihm feiert die katholische Kirche die Zeit des höchsten,aus ihrem Geist entstandenen und durch ihn repräsentierten Kirchenmusikstils.
^ Dieser Stil wurde in der Folgezeit durch die Neapolitaner süßlicher und dem
Ohre wohllautender, aber er büßte auch den strengeren Ernst ein und nähertesich immer mehr dem Opernhaften. Seine Verweltlichung vollzog sich mit Ein-führung der selbständigen Instrumentalmusik. Auch Mozarts und HaydnsMessen, so lieblich und angenehm ihre Musik erklingt, tragen nicht das strengeGepräge kirchlichen Stils (einzelne Stücke aus dem Roquism oder das L.vsvsium selber vielleicht ausgenommen), vielmehr überwiegt das Weltliche, Opcrn-haste. Besser kirchlich ist Cherubim in seinen Messen, wie besonders in seinem Re-