Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Wehe, der tüchtigste Priester, der für uns geopfert im TempelEwiger reiner Natur, die er gedeutet, ist tot.

Wehe denn unserer Andacht, welcher der Dolmetscher mangelt,

Lasset beklagen uns selbst, denen der Göttliche fehlt.

Lasset beklagen auch jene, die nicht den Toten verloren,

Jedem nicht hat er gelebt, weil ihn nicht jeder verstand;

Aber die Zeit wird erscheinen, da werden ihn alle betrauern,

Dann, wie heute schon uns, allen gehören wird er.

Seht ihr ihn strahlen, am Throne des neuen Jahrhunderts geduldigLächelnd erwarten sein Volk? Langsam nur schreitet es nach.

Lösung d. (Freiere Form.) Von Karl Putz.

Denkrede auf Jean Paul.

Welch hell ^ glänzender j Stern ist > jetzt uns ^ unterge 1 gangen!

Dies Jahr ^ hundert ver 1 geht, H eh' er sich j wieder er j hebt.

Denn in erhabenem Lauf hinziehet der leuchtende Genius,

Der auf weitem Geleis strebt zu gelangen ans Ziel.

Enkel wohl werden dereinst die Zurückkehr dessen begrüßen,

Den, da von ihnen er schied, trauernde Väter beweint.

Welch hehr strahlender Schmuck fiel nieder von Königes Haupte!

Welch ein gewaltiges Schwert brach in gebietender Hand!

Welch ein erlesener Priester verstarb, dem keiner wohl gleich istWeit in der Welt ringsum, da er der oberste war!

Wahrlich wir haben ein Recht, um den Toten in Trauer zu weinen,

Der als. Ersatz uns galt, während ihn keiner ersetzt.

Jeglichem Land ist dar für betrübtes Entbehren gebotenIrgend ein freundliches Gut, irgend ein schöner Besitz.

Nordisches Land ist herzlos zwar, doch eiserner Kraft voll;

Südliches krankt, doch strahlt's golden in sonniger Glut,

Spanien, finsteren Geists, kann rühmen sich kirchlichen Glaubens,

Und der Franzosen Bedarf decket der spendende Witz.

Wessen erfreun wir uns? Jean Paul war's, den wir besaßen.

Den wir entbehren nunmehr! — ach! ein so herber Verlust,

Welchen das trauernde Volk in den jetzigen Tagen erlitten,

Weil grad das ihm entging, was es vor andern erhob:

Kraft im Gemüt und die Milde des Sinns, herzinniger Glaube,

Heiterer Scherz und das Wort, welches die Fessel verlacht.

Kennst du den untergegangenen Stern? den erhabenen Glauben,

Der im Erloschenen uns hatte geleuchtet bisher?

Kennst du den niedergefallenen Schmuck? das war ja die Liebe,

Die in dem Träger gewohnt, und die Verehrer ersüllt.

Kennst du das Schwert, das gebrochen? der Spott in der stürmenden Hand war'sWelcher den Fürsten erschreckt, welcher den Höfling beschämt.