Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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4. Assonanzen mit dem faden e haben mir geringe Wirkung undsollten daher weniger geübt werden.

5. Um von vornherein namentlich auf die versgliedernden Asso-nanzen am Zeilenende aufmerksam zu machen, ist zu raten, in denersten Zeilen der jeweiligen Dichtung Binnenassonanzen anzuwenden.

6. Die assanierenden Klänge dürfen nicht zu weit auseinander stehen,wenn sie wirksam sein sollen. Man sollte daher in Vermischung nichtassvnierender Verse mit assanierenden möglichst sparsam sein. (In derspanischen Art assaniert jeder gerade Vers, also bei vier Versen der2. und 4.)

7. Die assanierenden Verse verlangen ein einfaches Versmaß undklaren, freundlichen Rhythmus, wenn nicht die Aufmerksamkeit vonder Assonanz abgezogen werden soll.

Aufgabe. Nachstehender Stoff soll in akatalektischen jam-bischen Q.uinaren wiedergegeben werden. Der assanierende a-Lautsoll als Vokal der letzten Silbe die Verszeilen schließen.

Stoss. Die Vianer kehren in ihre Stadt zurück, ziehen die Brücke aufund verwahren das Stadtthor. Darüber wird Kaiser Karl sehr zornig; undausgebracht rüst er aus: „Zum Sturm, meine Ritter! Wer heute fehlt,dessen Lehen in Frankreich, gleichviel ob es Schloß oder Stadt, Turm oderFeste, Dorf oder Markt sei, soll dem Boden gleich gemacht werden." Da kommensie alle herbei. Die Schildner dringen gegen die Mauer vor, mit Hammer undgestähltem Schaft schlagend. Aber die Vianer steigen auf die Mauern undwerfen Steine und Scheiter herab, wobei mehr als 60 Frankenjünglinge zer-malmt werden. Da spricht Herzog Naims im Bart: „Herr Kaiser, glaubtIhr, daß Ihr diese hohen Mauern mit ihren starken Zinnen und den festen,jahrhundertalten Türmen, welche einst kräftige Heiden erbauten, mit Gewaltgewinnen werdet? Ihr werdet es nicht vermögen. Daher rate ich, Zimmer-leute herbeirufen zu lassen, um Rüstzeuge zu erbauen.

Lösung. Aus Roland und Alda. Von Uhland.

lIM, Das nachfolgende Beispiel ist eine Tirade und französischer Art.Das Schwänzchen „Davon die Mauern stürzen" ist das Ausgehen des Atems,und stets folgt sodann eine neue Assonanz.)

Schon kehren die Vianer in die Stadt,

Gehoben wird die Brück', das Thor verwahrt.

Als Kaiser Karl es sieht, sein Blut aufwallt.

Laut auf er schreit, von wildem Zorn entbrannt:

„Wohlan zum Sturme, wackre Ritterschaft!

Wer jetzt mir fehlt, was er zu Lehen hat,

Hab' er in Frankreich Bergschloß oder Stadt,

Turm oder Feste, Flecken oder Markt,

Es wird ihm all dem Boden gleich gemacht."