Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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k. Ghaselenreim, bei welchem a. ein Vollreim i männlich oder weiblich)oder d. deren 2 mit dem identischen Reim (d. i. dem Reim, welcher das Wortder Reimstelle ohne Veränderung wiederholt) verbunden wird, z. B. g. trägstdu mir im Herzen — schlägst du mir im Herzen; oder stets amrechten Orte hat — stets die rechten Worte hat; b. schlägt mein Herz— trägt mein Schmerz. (Dieser Reim findet sich hauptsächlich beim Ghasel, dasübrigens häufig genug nur die unter s, d o ä verzeichneten Reimarten ausweist.)

Die weiteren künstlicheren Reimarten sind in unserer Poetik Bd. I,S. 425 ff. abgehandelt.

Ausgabe. Es soll die nachfolgende Sage so erweitert undausgeführt werden, daß selbst die kleinsten rhythmischen Reihendurch den Reim ausgezeichnet werden. Je öfter der gleiche Reimsich wiederholt, je mehr Reimarten angewendet sind, desto bessersoll die Ausführung genannt werden. Der Rhythmus darf durch»aus regellos sein, da die ganze Aufmerksamkeit aus den Reim zulegen ist. Dieser soll alle möglichen Kunststücke enthalten und inallen erdenklichen Formen auftreten. Auch die Einführung derAllitteration ist gestattet. An Stelle der Ghasele, welche sonstden Makamen eingefügt sind, sollen zwei ungekünstelte Gedichtein daktylischen Viertaktern mit Reimpaaren eingearbeitet werden;das erste derselben soll das Wandern preisen, während das zweitesagen soll, was man auf Erden selig sein heißt. Beide Gedichtesind einem Dichter in den Mund zu legen, woraus dann wie eincköno sx inuetiinu ein dritter Erzähler erscheint, der die Sageweiter sortspinnt. (Klanggleiche unreine Reime — vgl. S. 51. 7. o-- sind in den Lösungen vorerst noch zu tolerieren.)

Anstatt weitere Anforderungen in der Aufgabe zu stellen, zeigenwir lieber in der Ausführung, wie kühn und frei der Schüler sichbewegen darf, um zur Gewandtheit in Handhabung aller möglichenReimformen zu gelangen.

Die Teufelsbrücke. (Aus Gebrüder Grimms deutschen Sagen.)

Stoss. Ein Schweizer Hirte, der öfters sein Mädchen besuchte, mußtesich immer durch die Reuß mühsam durcharbeiten, um hinüber zu gelangen,oder einen großen Umweg nehmen. Es trug sich zu, daß er einmal anf eineraußerordentlichen Höhe stand und ärgerlich sprach: „Ich wollte, der Teufelwäre da und baute mir eine Brücke hinüber." Augenblicklich stand der Teufelbei ihm und sagte: „Versprichst du mir das erste Lebendige, das darüber geht,so will ich dir eine Brücke dahin bauen, auf welcher du stets hinüber undherüber kannst." Der Hirte willigte ein; in wenig Augenblicken war dieBrücke fertig; aber jener trieb eine Gemse vor sich her und ging hinten nach.Der betrogene Teufel ließ alsbald die Stücke des zerrissenen Tieres aus derHöhe herunter fallen.