Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Nacht ruht auf dem Walde; die Vög-lein zwitschern leise im Traume.

3. Nur ich bin hinausgegangen insFeld und habe ein Lied gedichtet undes laut gesungen. H

Wie still des Waldes weiter Raum!Die Vöglein zwitschern nur im Traum,Kein Sang hat sich erschwungen.

Ich hab' mich längst ins Feld gemachtUnd habe schon dies Lied erdachtUnd hab' es laut gesungen.

Aufgabe 3. Vierzeilige Strophen mit gekreuzten Reimen uUub.Jambischer Rhythmus. Abwechselnd hyperkatalektische. Viertaktermit akatalektischen.

Klar muß es sein.

Stoff.

1. Klarheit will ich haben, ichvermag zu entsagen, j wenn es dasSchicksal verlangt. ^ Viel. leichter kannich entsagen, als den Zweisel ertragen,der meine Kraft aufreibt. H 2. Ich kannmich aus den Schmerzen befreien, jdenn die Stürme stählen den Mut.Nur Furcht und Hoffnung z wirken ver-zehrend wie die Sonnenglut. 3. DerFeige und Ohnmächtige 1 mag demtrügerischen Lichte vertrauen; § ich ver-lange ganze Schmerzen und vollesGlück; 1 ich kämpfe nicht gegen wesen-lose Schatten. H

Lösung. Von Eduard Tempeltey.Klar muß es sein! Ich kann entsagen,Wenn mir's das Schicksal zubeslimmt,Viel leichter, als den Zweifel tragen,Der Kraft auf Kraft mir stückweisnimmt.

Aus Schmerzeit kann ich mich erheben.Und gegen Stürme wächst der Mut,Doch zwischen Furcht und Hoffnungschweben,

Das läßt verdorr'n in Sonnenglnt.Feigherz'ge Ohnmacht mag sich sonnenAn flüchtig trügerischem Licht —Nein, ganze Schmerzen, ganze Wonnen,Nur gegen Schatten kämpf' ich nicht!

Aufgabe 4. Fünszeilige Strophe. Schema: u b u o b. Me-trum: die u-Zeilen seien jambische Viertakter, die K-Zeilen Drei-

takter, die o-Zeilen katalektischeDas' Bett

Stoff.

1. Ein Bettelmädchen lauscht amThor, 1 zitternd vor Frost. § Ein jungerRitter tritt heraus > und wirst ihrseinen Mantel hin, ^ fragend, ob sie nochetwas haben wolle. H 2. Das Bettel-mädchen antwortet nichts; j es friertsie gar zu sehr. § Mit glühendemBlick kehrt sie dem Ritter den Rücken. .Sie läßt seinen Mantel liegen § undsagt: ich will nichts mehr.

Viertakter! l m ä d ch e n.

Lösung. Von Friedr. Hebbel.

Das Bettelmädchen lauscht am Thor,Es friert sie gar zu sehr;

Der junge Ritter tritt hervor,

Er wirft ihr hin den Mantel,

Und spricht: was willst du mehr?

Das Mädchen sagt kein einzig Wort,Es friert sie gar zu sehr;

Dann geht sie stolz und glühend fort.Und läßt den Mantel liegen! Und spricht: ich will nichts mehr!