Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Metrum: Der jambische Quinar. Zur Gewinnung einesstrophischen Charakter, st ikums kann irgend eine Zeile jederStrophe verkürzt werden.

Stoss.

Du sangst mir, o Freund, sonstGesänge von Frauenliebe und -Lebenvor. Mein Ohr hing an deinemMunde. Mein Herz erbebte in Freudeund Zuneigung.

Du singst nicht mehr. Deine Lyraist mit Spinngewebe überzogen. Sprich,wird mir dein süßer Gesang die ver-lorene Freude nie wieder zurückgeben?

Lösung. VonChamisso.

Du sangest sonst von Frauen-Lieb undLeben,

Mein trauter Freund, mir schöne Liedervor;

An deinen lieben Lippen hing mein Ohr,

Ich fühlte mich in Lieb und Lust erbeben.

Du singst nicht mehr; — um deineLyra weben

Die Spinnen, dünkt mich, einen Trauer-flor;

Sprich, wirst du nie die Lust, die ichverlor,

Du süßer Liedermund mir wiedergeben ?

o. Verbindung des Vollreims mit der Assonanz.

1. Eine Verbindung der freien Assonanz (innerhalb der Vers-zeile) mit der versgliedernden Assonanz (am Ende der Vers-zeile), welch letztere durch Übereinstimmung auch der Konsonanten zumVollreim wurde, finden wir bei unseren ersten Dichtern, z. B. beiUhland:

Was rauschet, lauschet im Gebüsch?

Was ringt sich auf dem Baum?

Was senket aus der Wolke sichUnd taucht aus Stromes Schaum.

oder bei Goethe:

Dringe tief zu Berges Klüften,

Wolken folge hoch zu Lüften,

Muse ruft zu Bach und ThaleTausend abertausendmale rc.

2. Als eine einfachere Verbindung der Assonanz mit dem Vvllreimist es zu betrachten, wenn der gleiche Assonanzlaut in Verbindungmit dem Vollreim durch das ganze Gedicht sich hindurchzieht.

3. Wir finden eine solche Verbindung im Gedicht von Rückert I, 462unserer Poetik.

4. Als eine weitere Form dieser Verbindung kann das Ghaselbetrachtet werden, sofern es den gleichen Vokal in allen geraden Zeilenbeibehält.