Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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tz 43. Mldung von Decimen.

1. Diese Form, welche aus 10 trochäischen Viertaktern besteht,ist in Spanien beliebt, wo der Grundcharakter der Sprache jambischist. In unserer deutschen Sprache mit ihrem trochäischen Geprägeist sie weniger empfehlenswert, da nicht jeder Dichter es versteht, durchüberbrückende Satztakte die Diäresen zu vermeiden.

2. Um das Auseinandersallen der Strophen in 2 Fünfzeilen zuvermeiden, muß man die syntaktische Pause möglichst selten ans Endeder 5. Zeile verlegen. Daher sollte das Schema adakusockackc:möglichst vermieden werden.

3. Nachahmenswert ist das Beispiel Rückerts und in neuester ZeitJohannes Fastenraths (vgl. die vielen Decimen in seinem Calderon-bnch), welche den syntaktischen Ruhepunkt ans Ende der 4. Zeile setzen.

4. Am gebräuchlichsten ist das Reimschema: olilia, uooä, cka,sowie das aus 2 Vierzeilen mit abschließendem Reimpaar bestehende:aliatz, kaok, ckck.

Aufgabe. Nachstehender Stoff soll zu einer Tecime ver-wendet werden. Sckema: uddu. uooä. üe.

Stoff.

Ich denke an dich, großer Cal-deron! > Um dich würdig zu besingen,bete ich zu Gott, f denn auch in derKunst betrete ich 1 das Heiligtum derReligion, f Ich bete zu Gott, 1 wennich mich dessen erinnere, was er dirverliehen, f Durch die Gaben deinesGeistes f durftest du in einer WeiseZeugnis von ihm ablegen, f daß jederanbetend die Knie beugen wird, 1 dersich zu dir erheben will. I

Lösung. Von Johannes Fasten-rath.

Dein gedenk' ich, Calderon,

Und um dich zu singen, bet' ich.Denn auch' in der Kunst betret' ichHeiligtum der Religion.

Ja, ich bet' zu Gottes Thron,

Denk' ich des, was dir gegeben,Denn durch deines Geistes LebenDurftest Gott du so bezeugen,

Daß die Kniee der muß beugen.

Der zu dir sich will erheben.

ß 44. DilLung von Trioletten.

1. Der Reim in dieser, meist aus 8 jambischen oder auch trochäischenVersen bestehenden poetischen Form ist durch die beiden ersten Zeilengeboten. Das Schema ist in der Regel -a 1> 1> a 1> a a tz oderslisatzaul).

2. Die beiden ersten Zeilen enthalten den laufenden Gedankenfür das Triolett; sie sind also gewissermaßen als Thema für die Wetter-führung zu betrachten.

Beyer, T. P. III. Die Technik der Dichtkunst. 8