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oder Klausel) die Pointe zu geben hat, wie dies in charakteristischkürzester Weise beim epigrammatischen Distichon der Fall ist, wo derHexameter die Erwartung andeutet, während der Pentameter den Auf-schluß giebt.
2. Als Präzise Form für das Epigramm ist auch das (H 38)behandelte Sonett zu erwähnen, das in den ersten acht Versen derExposition (oder dem Vordersatz) breiteren Raum gewährt, währenddie sechs folgenden Zeilen den lyrischen Nachsatz (die Klausel) bildenkönnen, wie dies im allgemeinen die A. Möserschen Sonette (9—20in „Schauen und Schaffen") zeigen.
3. Zuweilen können mehrere Vordersätze durch einen einzigenNachsatz ihren Abschluß erhalten. Dies ergiebt das ausgebreiteteEpigramm.
4. Beliebte Epigrammformen sind:
a. das einfache Epigramm, wie es in elegischer Form(vgl. S. 38), oder in Ritornellform, oder in Vierzeilen-form rc. in der Gelegenheitsdichtung (als Stammbuchvers rc.)sich einführt;
b. das ausgebreitete Epigramm, welches bei Widmungen(z. B. an Täuflinge, Brautleute rc.), ferner in Trink-sprüchen rc. vielfach Verwendung findet.
1..Einfache Epigramme.
Aufgabe. Wir veranlassen: n. einen Stammbuchvers,welcher den Ausspruch einer Frau: „Ich liebe dich" preist:b. einen Stammbuchvers, welcher sich durch „Gedenke mein"selbst empfiehlt.
1. Die Gedanken des Materials dürften folgende sein:
Stoss. Zu u:
Exposition: Frauenmund ist eine Blume.
Klausel: Die Blüte derselben heißt: Ich liebe dich.
Zu b:
Exposition: Wenn einst dein Blick aus dieses Blatt fällt,
Klausel: Gedenke meiner, wie man des Toten gedenkt.
2. a. Schon die erste Verszeile des Stoffes bei u deutet aus trochäischen
Rhythmus hin, für den sich auch der zögernde Inhalt des Verseseignet;
b. Dagegen verträgt der vorwärtsblickende, feierlich-elegische Inhaltdes Stoffes von b jambischen Rhythmus.
3. u. Die erste rhythmische Reihe bei a, ist ein trochäischer Viertakter und
kann ohne weiteres als Maß für die kleine Strophe dienen: