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gedichts in fremden Boden häufig die Wanne des Kolorits, sowie Dust undFarbe der Ausführung verloren haben, gleichsam also dem schönen Schmetter-ling der Schmelz seiner Flügel abgestreift wurde. Diese Erfahrung müßte ge-nügen, um mindestens Unberufene von Umbildung der Dialektgedichte abzu-halten und die Berechtigung der Dialektpoesie neben dem Hochdeutschen an-zuerkennen. -
Um derartige Übertragungen anschaulich zu machen, beschränken wir unsauf eine charakteristische Probe aus einer süddeutschen Mundart.
Nürnberger Mundart.
Vorbemerkung. Abweichend vom Original hat sich die Übersetzung derReimpaare bedient, und da dieselben gleiche Zeilenlänge begünstigen, so hatder Übersetzer durchweg akatalektische jambische Viertakter gebildet. — Manbemerke in der hochdeutschen Übersetzung die reiche Ausmalung des Gedankensgegenüber der volksmäßigen Behandlung im Original.
Der Käfer.
Original von Grübel.
Dau fitz' ih, sieg an Käfer zou,Thout in der Erd'n kröich'n;
Öiz kröicht er äff a Grösla naf,
Dau thout stch's Grösla böig'n;
Er git sih ober alli MöihUnd rafft sih Widder af.
Und hält sih on den Grösla oh,
Will Widder kröich'n naf.
Bald kröicht er naf, bald fällt er noh,Banah a halba Stund,
Und wenn er halb oft drub'n iß.
So ligt er Widder drunt;
Und wöi er ficht, daß goar niht zeiht,Und daß er goar niht koh.
So brat't er sein! Flüg'l aus.
Und flöigt öiz ganz dervoh.
Oiz denk' ih: Wöi's den Käfer geiht,Su thout's dir selber göih;
Der haut doch gleihwuhl meiher Föiß,Tu ober haust ner zwöi.
Tu kröichst scho rum su langa ZeitDie Läng' und in die Qner,
Und kuinmst döstwög'n doch niht weit.Und Werst af d'Letzt wöi der.
Wennst lang genoug dau in den Gros
Übertragung von Fr. Halm.
Ich ruhte still am Wiesenrain,
Und vor mir kroch ein Käferlein;
Ein Grashalm liegt in seiner Bahn,Den klimmt es unverzagt hinan;
Der aber schaukelt sich im Wind,
Und schüttelt's wieder ab gelind.
Und wieder kaum emporgeragt,Umklammert es den schlanken Schaft,Und hebt still kletternd sich empor,Und wieder geht's ihm wie zuvor;Doch wieder keck erneut's den Lauf,Stürzt wieder und strebt wieder aus.Und jetzt, jetzt endlich ist's am Ziel —Und wieder fällt es, wie es fiel! —Da breitet's still die Flügel aus,
Und in der Lüfte Blau hinaus,
Als wär' der Mühen nun genug,Nimmt's leise schwirrend seinen Flug! —Und still im Herzen flüstert's mir:„Auch dir geht's wie dem Käser hier;„Keck trittst du in des Lebens Bahn,„Und strebst und ringst und klimmsthinan,
„Und rennst und jagst im tollen Lauf,„Und raffst dich stürzend wieder auf.