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Wandle, so viel herzogen mit Atreus' Söhnen vor Troja!
Nie drum nenne dein Mund die Könige vor der Versammlung!
Nicht mit Schmähungen fahre sie an, noch laur' auf die Heimfahrt!
Denn noch wissen wir nicht, wohin sich wende die Sache:
Ob wir zum Glück heimkehren, wir Danaer, oder zum Unglück.
Aber ich sage dir an, und das wird wahrlich vollendet!
Find' ich noch einmal dich vor Wahnsinn toben, wie jetzo;
Dann soll nicht dem Odysseus das Haupt noch stehn aus den Schultern,Dann soll keiner hinfort des Telemachos Vater mich nennen:
Wenn nicht schnell dich ergreifend ich jedes Gewand dir entreiße,
Mantel sowohl als Rock, und was die Scham dir umhüllet.
Und dich Heulenden fort zu den rüstigen Schiffen entsende.
Aus der «Versammlung gestäupt mit schmählichen Gcißelhieben!
Bemerkungen zu Voßens Übersetzung. Die Voßische Übersetzungist im ganzen wörtlich und treu. «<7/L0 ist „halt an dich", dem Sinnenach — schweige! „enthalte dich" eigentlich wolle nicht. heißt
eigentlich sagen, occ«/)« wir wissen es genau, ist ausgefallen. Vers 254 bis256 haben wir ausgelassen, weil schon von Aristarch verworfen. Ich sagedir an: das an giebt die scharfe Drohung nicht genau wieder, welche indieser konstanten Formel steckt.
eigentlich deine lieben, gewohnten Gewänder ist zum reinenPossessiv geworden, kann daher auch in der wörtlichen Übertragung fallen.Dich Heulenden ist unpassend attributiv gegeben. Die „rüstigen" Schiffekönnen wir nicht gut heißen. Gestäupt ist im Texte drastischer, plastischer,weil aktiv gegeben. Der letzte Vers hat keinen Daktylus im vorletzten Takte.
8. Übersetzungen aus der griechischen Lyrik.
Vorbemerkung. An nachstehendem Beispiele zeigen wir die Übertragunglyrischer Maße ins Deutsche. Der Lernende möge zur weiteren Übung dieAnthologie von Stell als Stoss benutzen. Um sodann die eigenen Übungenin der griechischen Lyrik erfolgreich fortzusetzen und dieselben mit guten Über-tragungsmustern lernend zu vergleichen, nennen wir zur Auswahl: 1. A. Baum-stark, Blüten der griechischen Dichtkunst in deutscher Nachbildung. 6 Bündchen,1841. 2. Friedr. Dörr, griechischer Liederschatz. In deutscher Nachdichtung(M. mit Endreimen), 1858. 3. Jakob Mähly, griechische Lyriker, über-
setzt rc. 1883. Der Anfänger möge nicht zu schnell mit den Metren wechseln,späterhin freilich mag er dieselben promisous (d. h. abwechselnd eins unterdem andern vermischt, in bunter Reihe) gebrauchen. Er vergesse aber auchhier nicht, daß die Grundlage seiner Arbeit die Philologie ist und bleiben muß.Hat er die Verse philologisch richtig ersaht, dann möge er als Poesie- undMetrumverständiger, als Dichter auftreten.