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Übersetzung von Theodor Kayser.
1. Sieh wie Soracte's Gipfel im Glanz des Schnees,
Des tiefen, strahlt, der seufzende Wald erträgt
Die schwere Last nicht mehr, die FlüsseStarren von schneidender Winterkälte.
2. Den Frost zu mildern lege zur Flamme HolzAuf Holz vollauf, und reichlicher spendend geuß
Vierjährgen Wein, o Thaliarchus,
Aus dem sabinischen Henkelkruge.
3. Das andre stell den Göttern anheim: ein Wink,
Und siehe, alsbald legt sich der Stürme Kampf
Auf wildem Meer und nimmer regenSich die Cypressen und alten Eschen.
4. Was morgen sein wird, frage du nicht, und nimmDer Tage jeden, den das Geschick dir schenkt,
Hin als Gewinn; der süßen LiebeFreue du dich und der Reigentänze,
5. Solang du grünst und grämlichen Alters GrauNoch ferne steht: jetzt suche den Campus auf,
Den freien Plan, das leise FlüsternIn der versprochenen Abendstunde;
6. Jetzt auch des Mädchens liebliches Lachen, dasVerrätrisch tönt vom trauten Verstecke her.
Und Pfänder, die dem Arm du raubest
Oder, er wehrt sich nur schwach, dem Finger.
M. Der Lernende möge sich nun an weiteren Beispielen versuchen. Wirempfehlen hierzu die Oden und Epoden des Horatius Flaccus, Text und Über-setzung mit Erläuterungen von Theodor Kayser. (Außerdem etwa noch Mähly'srömische.Lyriker.)
H 85. Ubersetzungsversuche aus Lern Französischen.
Vorbemerkungen für das Übersetzen französischer Verse.
I. Die Auffassung des französischen Verses, wie der französischen Metriküberhaupt ist keine feststehende. Von der Strenge eines antiken Metrumskann hier nicht entfernt gesprochen werden. Man pflegt in der Regel nur zusagen: Diesem Gedicht liegt jambisches oder trochäisches Versmaß zu Grunde.Will man weiter gehen, so wird man gut thun, nicht von Verstakten, sondernvon der Silbenzahl zu sprechen. Irrig ist freilich die Meinung, als ob diefranzösischen Dichter beim Bau ihrer Verse keine anderen metrischen Regeln zu