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strichen auf das Papier warf und wohl auch, wennFleiß und gute Laune vorhielten, mir ein stilles Zimmermit seinen scheuenden Pferden oder sausenden Kühen be-völkerte. Ich hatte Mouton den Schlüssel einer Mansardemit demjenigen des nächsten Mauerpförtchens eingehän-digt, um dem Landstreicher eine Heimstätte zu geben, woer seine Staffeleien und Mappen unterbringe. So er-schien und verschwand er bei mir nach seinem Belieben.
Einmal an einem jener kühlen und erquicklichenRegensommertage, jener Tage stillen aber schnellenWachsthumes für Natur und Geist, saß ich in meinerBibliothek und blickte durch das hohe Fenster derselbenüber einen aufgeschlagenen Folianten und meine Brillehinweg in die mir gegenüberliegende Mansarde desNebengebäudes, das Nest Moutons. Dort sah ich einenblonden schmalen Knabenkopf in glücklicher Spannunggegen eine Staffelei sich neigen. Dahinter nickte derderbe Schädel Moutons und eine behaarte Hand führtedie schlanke des Jünglings. Außer Zweifel, da wurdeeine Malstunde gegeben. Mouton der Pudel saß auseinem hohen Stuhle mit rothem Kissen daneben, klugund einverstanden, als billige er höchlich diese gute Er-götzung. Ich markirte mein Buch und girig hinüber.