Buch 
Das Leiden eines Knaben : Novelle / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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nicht einmal Deinen Namen gewußt, wenn ihm auch,selten genug, Deine Goldstücke durch die Hände laufenmochten. Denn Mouton konnte nicht lesen, so wenig alssein Liebling, der andere Mouton.

Dieser zweite Mouton, ein weiser Pudel mit ge-räumigem Hirnkasten und sehr verständigen Augen, überwelche ein schwarzzottiges Stirnhaar in verworrenenBüscheln niederhing, war ohne Zweifel in den Schran-ken seiner Natur der begabteste meiner drei Gäste:so sage ich, weil Julian Boufflers, von dem ich erzähle,Mouton der Mensch und Mouton der Pudel oft langeStunden vergnügt bei mir zusammensaßen.

Ihr wisset, Sire, die Väter Jesuiten sind freigebigeFerienspender, weil ihre Schüler, den vornehmen, ja denhöchsten Ständen angehörend, öfters zu Jagden, Komö-dien oder sonstigen Lustbarkeiten, freilich nicht alle, nachHause oder anderswohin gebeten werden. So nahm ichdenn Julian, welcher von seinem Vater, dem Marschall,grundsätzlich selten nach Hause verlangt wurde, zuweilenin Euern botanischen Garten mit, wo Mouton, der sichunter Pflanzen und Thieren heimisch fühlte, mich zeit-weilig besuchte, irgend. eine gelehrte Eule oder einenpossirlichen Affen mit ein Paar entschiedenen Kreide-