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urtheilte er günstig über ihren Werth und Inhalt. „Daßich ungern diesen Wisch schmiere", schreibt Lessing anNicolai, „können Sie glauben, und Sie werden es ihmhoffentlich ansehen. Ich weiß es, daß nichts daran ist:ich will es Ihnen und Moses schenken, mir es erst zusagen" — Worte, recht aus der Laune des Augenblicksheraus geäußert und bezeichnend — sag' ich es nur ehr-lich! — für alle Theaterschriftstellerei. Was die Zeitdaraus macht, das Schicksal des Buchs — ist das Werkgütiger Götter.
Am 22. April 1767 wurde mit der Eröffnung des neuenTheaters in Hamburg zugleich die neue Zeitschrift ange-kündigt; das erste Stück der Dramaturgie ist vom 1. Maidatirt und ward am 8. Mai ausgegeben; die einzelneNummer kostete einen Schilling. Wie rasch auch der Glanzdieser »Hamburger Theaterentreprise" erlosch, so bezeichnetsie doch einen entscheidenden Wendepunkt in dem geistigenLeben unseres Volkes. In Hamburg ward der erste Ver-such eines Nationaltheaters im edelsten Sinne und fürdie damaligen Verhältnisse in großartiger Weise unter-nommen. Auf die Anregung eines Dichters und Theater-enthusiasten, Johann Friedrich Löwen, waren mehrere Ham-burger Kaufleute zusammengetreten und hatten von demPrincipal Ackermann das Theater, das er in der Stadtbesaß, gepachtet. Unter den Schauspielern befanden sichhervorragende Kräfte, Alle übertraf Eckhof, der „deutscheRoscius", wie ihn seine Bewunderer nannten. Es gelangden Unternehmern, Lessing als Dramaturgen für ihreBühne zu gewinnen, wenn er auch ihren ersten Vorschlag,jährlich eine gewisse Anzahl Stücke für das Theater zudichten, ablehnte. Bekanntlich war trotz des besten Willens