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nur in Berlin seine richtige Stätte. In diesem Hinblickwird Alles, was über die Entwickelung, die Wandlungen,die guten wie die schlimmen Tage des Berliner Hostheatersaus unmittelbarer Anschauung heraus mitgetheilt wird,ein literarisches, ein kulturhistorisches Interesse haben.Ein solcher Beitrag wollen diese Auszeichnungen sein:sie haben den Borzug, unter dem ersten Eindruck nieder-geschrieben worden zu sein; sie sind die treuesten Augen-blicksbilder der Theaterabende. Die Treuesten? Nun, soweit eben der Einzelne, im Bann seiner Eigenart, treuund objectiv beobachten und das Beobachtete wiedergebenkann. Den Vorwnrf aber, daß solche Schilderungen undKritiken nur einen sehr fraglichen Werth hätten, da ihnendie Würde und Ruhe der wohldurchdachten literarischenAbhandlung fehle, kann ich nicht gelten lassen: im Gegen-theil, ihre Hast und Unruhe, ihr ganz und voll von demEindruck und der Stimmung des Augenblicks erfüllter Tonerscheint mir als ein Vorzug. Alles Beste und Schönste,was uns die Bühne bieten kann, entstammt dem glücklichenAugenblick. So in der dramatischen Dichtung, im Spieldes Schauspielers — warum nicht in der Kritik? Da istes denn wohl an der Stelle, einige Bemerkungen überLessing's „Hamburgische Dramaturgie", die von Unbe-rufenen und Unfähigen beständig der modernen Theater-kritik als Medusenhaupt vorgehalten wird, zu wagen.
Mehr als hundert Jahre gilt die „Hamburger Drama-turgie" denen, die sich ernsthaft mit dem Theater be-schäftigen, als Vorbild kritischer Darstellung, als ein un-erschöpflicher Quell der Belehrung, der Kenntniß in derdramaturgischen Wissenschaft. Derjenige, der diese Blätterschrieb, ahnte weder ihre unermeßliche Wirkung, noch