30
Fr. Formes fand sich mit der „Susanne" nur so ebenab. Ihr wie Figaro fehlte der Rhythmus, der Schwung,der Dämon der Tollheit. Und als sie im letzten Akt garauf den unglücklichen Gedanken kam, durch forcirtes Spielim Reden und Handküssen Eindruck zu machen, ging Allesverloren: Alles, nämlich die Anmuth. Was sagt Beau-marchais von Susanne? „llouns porsonno ackroito, 8 piri-tnolls ot rion 86 , räum non lls netto gniots pr 68 i;nssllrontoo (ls 1108 80nln'6tt68 60rrni>trio68^ , und von Fi-garo: ,, 8 'il msttait In inoinärs oliarZs, II arilirnit cvrols." Der berühmte Schauspieler Prsville war ursprüng-lich von Beaumarchais zum Darsteller des Figaro ge-wählt, er lehnte ab, weil er zu alt sei. Herr Karlowa(Gras Almaviva) war ein feuriger Liebhaber, aber ohnedie Würde, die man doch von einem spanischen Granden,vor allem bei einer Gerichtssitzung, fordern darf. Ambesten wurde noch die Gräfin von Fr. Marie Kierschnervertreten; eine große Schönheit, ein geschmackvoller Anzug,eine meist würdige und gefällige Haltung; Einzelnesglückte ihr auch im Spiel und in der Sprache trefflich.Der Page (Frl. Auguste Taglioni) sah gut aus undspielte mit sichtlichem Wohlgefallen. Ein und ein anderesMal könnte er noch toller sein, und wenn der Graf imersten Akt den rothen Ueberwurf von dem Sessel nimmt,auf dem Cherubin kauert, sollte er dem gestrengen Herrnpfiffiger in die Augen sehen. Trotz seiner Angst ist Che-rubin immer ein „kleiner Dämon", der da weiß, daß ernicht so leicht zu Schaden kommen kann. In den kleinerenRollen wirkten Herr Gern (Gärtner Antonio), Fr. Frieb-Blumauer (Marceline), Herr Döring (Friedens-richter), am ergötzlichsten.