Band 
[Erster Band]
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Klasse einer Mädchenschule werden wieder in ihr lebendig.„Das ist eine alte, langst von der Kritik beseitigte Fabel.Lesen Sie Stenzel, Palacky, vor allen Klvden in seinerdiplomatischen Geschichte des Markgrafen Waldemar". . .„Aber ich bitte Sie, was soll ich mit all diesem gelehrtenTrödel?" „Ich will nur sagen, daß es für die Echtheit,wie für die Falschheit jenes Mannes, der als Waldemarauftrat, Zeugnisse giebt." „Und was wurde aus ihm?"„Die Mark blieb nach manchen Wechselfällen bei den Baiern,Waldemar starb bei seinen Vettern, den Anhaltinern, undward in ihrer Fürstengrnft feierlich begraben. Uebrigenskönnen Sie das Alles anmuthig und, wie mir scheint, inschwer zu übertreffender, glücklich erfundener Fabel inWilibald Alexis' Roman: Der falsche Waldemar — lesen."„Der entschied sich somit für die Falschheit?" „Nochbesser, er überläßt die Entscheidung dem Leser; sein Heldist eine dämonische Natur, und dies, meine ich, ist eineNothwendigkeit, wenn sich der trübe Stoff poetisch ver-klären soll." „Dahinter steckt doch wohl nur das Urtheil:und da unser Dichter Gustav zu Putlitz, ein so großerLiebling der heiteren Muse, von der tragischen nur miteinem Seitenblick begnadet wird, so . . ." „So war esimmerhin ein Wagestück, einen Stoff zu wählen, der inWilibald Alexis schon seinen Dichter gefunden hat."

Darüber hatte der erste Akt begonnen. An seinemSchlüsse sahen wir uns gegenseitig an. „Er ist nicht nurkörperlich, sondern auch geistig ein alter Mann, dieserWaldemar", sagte ich. „Und noch dazu ist er der echte.Damit hat die Sache ein Ende." In der dramatischenPoesie darf es nur einen falschen Waldemar geben, dennnur in ihm ist ein innerlicher Conflict denkbar. Dem