Band 
[Erster Band]
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Kritik'und läßt ihm sein Recht widerfahren, so viel Mangelund Fehler sie auch an ihm entdeckt, sie stellt es auf einehöhere Stufe als die Tagesliteratur und da mag dennfreilich Voltaire's Vers öfters zur Wahrheit werden:

„4st drillü M sseoiiä güi 8'selixss Lu xrsmi«."

Nicht die Kritik, das Publikum läßt auf dem Theaterdas poetische Drama fallen. Ich bin kein unbedingterVerehrer der Hebbel'schen „Nibelungen", aber welchesLicht wirft es auf die „Stadt der Intelligenz", wenn dasWerk eines so eigenthümlichen und bedeutsamen Dichterszum dritten Male schon vor leerem Hause gespielt wird!Aehnlich ist es vor Jahr und Tag den „Fabiern" GustavFreytag's ergangen. Sind wir denn wirklich schon aufdem römisch-cäsarischen Standpunkt angelangt, daß unsnur noch Zaubereien, Mephisto's Palast und ein zur Lo-rette herabgesunkenes Gretchen mit Theilnahme erfüllen?Dann wäre es das Beste, man machte aus den TheaternBallhäuser und Rennbahnen.

Indem fragt meine Nachbarin, mitten in diese Be-trachtungen hinein, die mir vor dem Ausgehen des Vor-hangs durch den Sinn irrten: „Wer ist Waldemar?"„Waldemar", erwiedere ich, „war der letzte ManischeMarkgraf der Mark Brandenburg, der im Jahre 1319starb und 1348 wieder erschien, die Mark von der Herr-schaft der Baiern zu befreien". Wieder erschien? Siemacht ein so ungläubiges Gesicht, daß ich für das Drama,das noch gar nicht begonnen hat, zu fürchten anfange.„Doch sicherlich ein Betrüger?" „Die Sache ist sehrzweifelhaft." „Ach, jetzt fällt mir ein, ein MüllerburscheJakob Rehbock" — die Erinnerungen aus der zweiten