Band 
[Erster Band]
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der Wirkung auf dem Theater hatte. Ich erinnere michbesonders noch des Grafen von Essex, des Cromwell's unddes Königs Ottokar von Böhmen." Lessing soll eineHaupt- und Mtaatsaction Ludovici's besessen haben. Gott-fried Prehauser trat 1725 in die Truppe Stranitzky's ein,die zu Wien am Kärnthnerthor spielte; das chursächsischePrivilegium zur Aufführung von Theaterstücken erhieltKaroline Nenberin am 8. August 1727. Die Umrisse desMosenthal'schen Schauspiels entbehren also nicht urkund-licher Wahrheit. Das Drama, wie es vorliegt, ist dasWerk eines begabten Schriftstellers, nicht vollkommen, aberin Einzelheiten anziehend, gemüthvoll und in den GestaltenPrehauser's und Konradinens poetisch angehaucht.

Die Darstellung war lobenswerth. Herr Karlowakann den Ludovici zu seinen besten Rollen rechnen. Hierwar jene pathetische Uebertreibung, in der er sich gefallt,an ihrem Platze. Das jugendliche Feuer, die Schwärmerei,das Jrrlichterirende des wandernden Schauspielers undPoeten gewann in dem Künstler volles Leben. Ihm zu-nächst standen Fräulein Döllinger (Kvnradine) undHerr Lie dicke (Gottfried Prehauser): leichtsinnige phan-tastische, aber treue, warmfühlende Künstlernaturen, dieeine trotz ihres Flattersinns voll tiefer Leidenschaft, dieandere humoristisch. Während das Kostüm Konradinensdas Bunte, Faschingsartige hatte, das im Auftreten dertragischen Liebhaberin schon die Illusion erweckt, erschiender Hanswurst zu wenig bunt, gar zu philisterhaft inseinem Anzug. Von den Uebrigen seien Herr Baumeister(der Wirth), Frau Frieb-Blumauer (seine Frau),Herr Hiltl (Wetzell), der den „Tyrannen-Agenten" treff-lich darstellte, besonders hervorgehoben.