Band 
[Erster Band]
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alterlicher Romantik zn einer bestimmteren Wirklichkeit, ausdem Märchen zur Geschichte in seinem Schauspiel „Edda"gemacht hat, ist unverkennbar. Wir haben festen Bodenunter den Füßen, ostfriesischen Boden, vor unseren Augenwogt und rauscht die Nordsee. In das stille, friedlicheDorf der in ihrer Verschollenheit glücklich hinlebendenFriesen schallt Plötzlich der Lärm der Kriegstrommel, Frei-schaaren fallen plündernd in das Land, Theile des Mans-feldischen Heeres, das verwüstend durch die deutschen Gauenbraust, gleichsam ein Zipfel der Wetterwolke des dreißig-jährigen Krieges. In Ostfriesland gedenkt der Haupt-mann der Schaar, Johann von Karpezan, sich ein eigenesHerzogthum aufzurichten, im Kleinen den Friedländerspielend, der zehn Jahre später die Krone Böhmens fürsich zn gewinnen strebte. Aber an der Freiheitsliebe derFriesen und. einem wunderbaren Zufall scheitert dieserPlan. Die Bedrückungen und Grausamkeiten einer rohenSoldateska reizen die Bauern zum Aufstand, die eigeneGemahlin Karpezan's trägt ihnen die Fackel voran. Denndiese Edda Magdalena, Freifrau von Wildau, ist eineFriesin, ein Kind der Liebe Ersabe's und Konrad's vonWildau: der Vater ist gestorben., die Großeltern habendas Kind aus Friesland entführen lassen.

Die Grundfehler, an denen das Drama leidet, springenschon durch diese Andeutungen des Inhalts klar hervor.Der Zufall, novellistische Züge beherrschen die Handlung;eine Geschichte spinnt sich ab, deren Ansang, Verwickelungund Schluß nicht in nothwendiger Beziehung zu denCharakteren der Hauptgestalten stehen; Edda und Ersabe,Tochter und Mutter, sind nicht an sich tragische oderdämonische Naturen: die Umstünde machen sie dazu und

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