Band 
[Erster Band]
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milde auszugleichen suchten, wo die Männer frevelten,welche die Thränen der Unglücklichen trockneten und ihreWunden heilten, nur schwangen diese Frauen mitleidigenund sanftmüthigen Herzens schwerlich die Brandfackel desKrieges.

Ein durchgreifender Conflict, um den sich die Hand-lung fest zusammenschlösse, gebricht dem Drama. Wederder Gegensatz, in dem Ersabe, die einzige einer tragischenGestaltung und Entfaltung fähige Figur, ihres Fehltrittswegen zu den Friesen steht, noch der Zwiespalt, in den,mehr aus einer Laune des Dichters, aus einem Zusammen-fluß von Zufälligkeiten, als aus innerlichster Nothwendig-keit Edda zu ihrem Gatten geräth, kommen zum rechtenAustrag; im Vordergrund bleibt der Streit der Friesenund der Freischaaren: eine epische Handlung ist mit lyri-schen Gefühlsklängen und Stimmungen zu einer lose dra-matischen Form verschmolzen. Die Massen, nicht dieeinzelnen Helden wirken auf einander ein; weit tritt derOberst Karpezan an Entschlossenheit und Willenskrafthinter seine Soldaten, den Lieutenant Pflug, den Quar-tiermeister Jan zurück. Ich liebe die aus einem StückEichenholz geschnitzten Figuren der Realisten — tragischeNußknacker hat sie Gutzkow humoristisch genannt — nichtsonderlich, aber die Hauptleute im dreißigjährigen Kriegewaren solche Nußknacker, wehe denen, die in ihre Händefielen. Der Held des Dichters dagegen ist eine Mischungvon Max Piccolomini, Wallenstein und Karl Moor, erverliert durch die Schwäche seines Willens nach einanderdie Herrschaft über die Friesen, seine Gattin, sein Heer.

Diesen Mängeln gegenüber bietet das Gedicht auchmanche anziehende Seiten, Schönheiten und ergreifende