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Seit seinem Trauerspiel „Narziß" bewegt sich Brach-vogel auf diesem Gebiete der geschichtlichen Anekdote. SeineRomane „Friedemann Bach", „Schubart und seine Zeit-genossen", „Beaumarchais" entbehren jeder künstlerischenEinheit, es sind aneinandergereihte Skizzen, Studienblätter,Genrebilder; in seinen Dramen „Adalbert von Babenberg",„Mondecaus", „der Usurpator" herrscht durch die Ge-bundenheit der dramatischen Form eine strengere Ent-wickelung und Folgerichtigkeit der Handlung vor, alleinihre Wirkung beruht nicht in der Kraft der Charakteristik,in der Tiefe der Gedanken, der Durchführung der Erfin-dung, sondern in der frischen Unmittelbarkeit und dembunten Leben einzelner Scenen. Dasselbe gilt von demneuesten Schauspiel des Dichters »Prinzessin Montpensier".
Während der Minderjährigkeit Ludwig's XIV. zerrißein wechselvoller Bürgerkrieg, der unter dem Namen der„Fronde" bekannt und berühmt geworden, Frankreich.Gegen die Königin-Mutter Anna von Oesterreich und denleitenden Minister, den Kardinal Mazarin, lehnte sich dasSelbstgefühl der Prinzen und Edelleute, der Freiheits-drang der Parlamente und des Bürgerthums auf. Vondem großen Brande des englischen Bürgerkriegs sprühtendie Funken auch nach Frankreich hinüber. Aber was inEngland ein Weltbrand war, wurde in Frankreich zu einemlustigen Feuerwerk. Vornehme Damen standen an derSpitze der Heere. Weibliche Eitelkeit und Eifersucht be-stimmten Schlachten, Fluchten, Belagerungen. Das Ganzewar ein Krieg von Damen und Edelleuten, beinahe jedertieferen Idee bar. Die Lust des Kampfes, die Begierdenach Abenteuern und Aufregungen bliesen die halberloschenenFlammen immer wieder aufs Neue an. Das gefeiertste