Band 
[Erster Band]
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räthselhaften und fragwürdigen Zeichen der Keilschriftgegenüber eine Fahne erhoben wurde mit der guten deut-schen Inschrift: „Tod Sardanapal! Arbaces sei König!"wer hat da nicht gelächelt? Auch sollte einmal, bei einemso urweltlichen Stoff, der Versuch gewagt werden, dieschrecklichen, aufgebauschten Florröcke der Tänzerinnen, dieuns von dem „Geburtstag" bis zu „Sardanapal" in er-müdender Eintönigkeit verfolgen, in faltenlvse Gewänderzu verwandeln. Die Bilder der Tänzerinnen auf den pom-pejanischen Wandgemälden, die Kleidung der Almee's inKairo könnten als Muster für die Kostümirung dienen.Die Phantastik, die wunderbare und fremdartige Groß-artigkeit des Stoffs ergreift den Zuschauer am stärkstenim ersten Akt. Der Schlußtauz im halbdunkelu Saal, woüber die wild in und durch einander verschlungenen Gruppenbald rothe und grüne, gelbe und blaue Lichter hinzucken,ein dämonischer Zug in den Bewegungen und in der Musikherrscht, erzeugt eine Stimmung, die annähernd etwasSardanapalisches hat. Das könnte halb ein Gedicht vonHeinrich Heine, halb eine Novelle von Edgar Poe sein.In Eigenthümlichkeit ihm am nächsten steht der Zug derBacchanten — wäre nur die Statue des großen Freuden-bringers ein wenig stattlicher gewesen und auf einemTriumphwagen geführt worden! Diese Vermischung desGriechischen und Assyrischen ist fein erdacht. Auch imzweiten Akt, in den Gärten Sardanapal's, finden sich un-muthige und gefällige Gruppirungen; zuweilen erinnernjedoch die vierzig Tänzerinnen an ein bekanntes Bild vonGentz: Pelikane und Flamingo's, die alle auf einem Beinestehen, gelangweilte oder tiefsinnige Vögelphilosopheu aneinem nubischen See. Den Scheiterhaufen Sardanapal's