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dieses Ballets in Anspruch genommen. Sardanapal erspartuns einen Gang durch den ägyptischen Hof, durch die An-tikensäle unseres Museums. Eine vor dreitausend Jahrenuntergegangene Herrlichkeit baut sich mit Tänzerinnen,Priestern, Kriegern wieder lebendig vor uns auf. Ernstund wunderlich genug schauen uns die Wandverzierungen,die grotesken Steingestalten — bärtige Männerköpfe aufeinem Stierleib mit Greifenflügeln — an; über demPortal des Sonnentempels sehen wir in Stein gegrabendie Zeichen der Keilschrift; die grellbemalten Pfeiler, dievergoldeten Holzschnitzereien, die Verschwendung von buntenTeppichen und Kissen, das Bild der Sonne, die Krieger,unter denen besonders die Bogenschützen einen charakteristi-schen Eindruck machten, die Faune und Bacchanten desBacchusznges im dritten Akt gewähren eine reiche, wech-selnde Augenweide und versetzen uns auf Augenblicke injene Kulturzustände. Das Innere des Sonnentempels,der Thron- und Bankettsaal Sardanapal's, der Blick aufNinive find vortreffliche Werke im Gebiete der Dekorations-malerei, die das Talent des Professors L. Gropius wiederaufs Neue bewähren.
Genug der Lücken und Brüche zwischen der wirklichenund der idealifirten Vergangenheit bleiben freilich. Schwer-lich tanzte man auf dem großen Platz vor dem Sonnen-tempel in Ninive den modernen Tanz im dritten Akte:der französische Cancan, der spanische El Ole waren inihrer Weise den Medern, Assyrern und Babyloniern un-bekannt. Die Wahrheit über die babylonischen Tänzemuß indeß in einer Stelle des Curtius und in Pauly's„Realencyclopädie des klassischen Alterthums" begrabenbleiben. Andererseits, als den für uns noch -immer so
Frenze!, Drimiatmgie. I. 0