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in diesem neuen Lustspiel bekannt geworden, gräbt nichtin die Tiefe, es spielt an der Oberfläche, es greift frischund übermüthig in die Welt der Erscheinungen und be-kümmert sich nicht darum, ob dieser kecke Griff der Roseeinige Blätter raubt und dem Schmetterling den Schmelz vonden Fittigen streift. Nicht tiefere Gedanken, sondern witzigeWendungen findet er; was die sogenannte gute Gesellschaft»pikant" nennt: das sind Girndt's Hauptfiguren, Ada,Kurt und der Bergrath, im vollsten Maße; schade, daßdie hübsche Ada und der gelehrte Kurt zu viel von ihremGeiste wissen.
Von dramatischer Kunst ist bei dem losen Bau desGanzen abzusehen; im ersten und zweiten Akt wechselt dieDecoration zweimal, die Monologe im Freien sind nichtselten. Die Meinungen schlagen um, wie Wetterfahnen;in diesem Augenblick haben die beiden Cousinen einanderdie verletzendsten Worte gesagt, im nächsten liegen sie sichin den Armen. Nimmermehr will der Bergrath seineTochter dem Gelehrten geben; kaum hat er das verhäng-nißvolle Wort gesprochen, fügt er die Hände beider ineinander. Das sind die Sprünge der Posse — Sprünge,die hinüber und herüber, mit ihren Anklängen aus derBurschenzeit, das Publikum in die ausgelassenste Heiter-keit versetzten; wiederholt rief es die Darsteller und amSchluß den Dichter. Welch' gefurchte Stirn hätte HerrLiedtcke noch nicht entrunzelt? In diesem Kurt aberübertrifft er sich selbst. Der etwas grobkörnige Humordes Naturforschers erhält durch ihn die Formen der Ge-sellschaft, Anmuth und Liebenswürdigkeit. Das Stereotypeder Rolle — des lustigen Liebhabers — macht in demSpiel des Künstlers einer reich ausgestatteten Jndividua-