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bolisch wiederholt sich dieser politische Gegensatz in denbeiden Frauen, die neben dem Helden stehen. Die Land-gräfin Amalie von Hessen-Kassel, die JugendfreundinBernhard's, ist die Vertreterin Deutschlands; Marie, dieNichte des Cardinals, für die der Held einen Augenblickleidenschaftliche Liebe empfunden hat, voll und ganzFranzösin. Die Mangel dieser Dichtung sind schon indiesen Bemerkungen angedeutet: einmal liegen sie in derJdealisirung des Helden, die uns in dieser Weise, gegen-über dem heutigen Stand der Geschichtsforschung, unglaub-lich erscheint: Bernhard von Weimar ist ein Heerführerdes dreißigjährigen Kriegs mit ehrgeizigen Gedanken wieWallenstein, als jüngerer Sohn eines armen Hauses aufder Jagd nach einer Herzogskrone; das deutsche Volk, dasdeutsche Vaterland in dem Sinne, wie sie 1840, wie sie heutebegriffen und empfunden werden, sind Anschauungen, dieihm der Dichter freundlich unterschiebt — Unterschiebungen,die in der hohen Tragödie zweifelsohne ihre Berechtigunghaben, aber doch mit der Wirklichkeit verbunden bleibenmüssen. Warum sollte nicht in Bernhard's Seele derGedanke an ein einiges, weltherrschendes Deutschland auf-getaucht sein? Es hieße die Tragödie zerstören, wennman von ihr nur die dürftige Wiedergabe des Thatsäch-lichen verlangen wollte. Mosen's Irrthum ist es, einuntergeordnetes Motiv zum entscheidenden gemacht, ja denganzen Charakter des Helden danach umgestimmt zu haben.Ein zweiter Mangel entspringt aus der Armuth und Farb-losigkeit der Handlung; wir vermissen das bunte, viel-gestaltige und vielfarbige Treiben des dreißigjährigenKriegs; aus dem Saal des Schlosses und aus dem Feld-herrnzelt bewegt sich die Staatsaction nicht auf den Markt