beide Motive vereinigte, durchbrach er die Einheit seinerHandlung und wurde mit einer gewissen Nothwendigkeitzu der Wiederholung derselben Scene genöthigt, was imzweiten Akte Lüge war, soll im dritten Wahrheit werden.
Gespielt wurde im Allgemeinen mit bestem Willenund herzlicher Munterkeit. In ihrer „Backfischrolle" er-rang Fräulein Buska (Minchen) einen großen Erfolg,die Naivetät und Drolligkeit des halbwüchsigen Mädchenshatten bei ihr einen Ausdruck der Natürlichkeit, der dieZuschauer zu lebhaftem Beifall hinriß; hier und dortwäre vielleicht eine größere Feinheit, ein plötzliches Laut-werden des jungfräulichen Gefühls nicht unangemessen,wie aber die Künstlerin ihr „Minchen" gab, war es frisch,lebendig und kindlich anmuthig. Frau Frieb-Blumauerhat mit der Mutter des Minchen keine angenehme Aufgabezu lösen, eine schwatzhafte Kleinstädterin bietet der talent-vollen Künstlerin eben nur Gelegenheit, uns am Schlüssedes Jahres so herzlich lachen zu lassen, wie sie es imLaufe desselben so oft gethan. Der „Alice van Molden"des Fräulein Satran hätte ich einen lebendigeren Geist,mehr Uebermuth und einen amerikanischen Zug gewünscht,Sealsfield hat in seinen Lebensbildern aus der Unionsolche kleine amerikanische Hexen geschildert, die den Männernim Augenblick die Köpfe verdrehen. Fraulein Taglionispielte ihre erste Scene als junge, eifersüchtige Frau, imVerein mit Herrn Braunhofer (Advokat Wienfried) vollanmuthiger Lebenswahrheit. Herr Döring (Arzt Weller)entzückt und verwirrt im ersten Akte die Zuschauer in er-götzlicher Weise, später verliert die Figur ihre Frische undnur die Kunst des Meisters weiß sie in einzelnen drasti-schen Wendungen noch über Wasser zu halten. Herr